(Kiel) Ein Arbeit­neh­mer kann die Kos­ten für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer als Wer­bungs­kos­ten in Höhe von 1.250 € als Wer­bungs­kos­ten in Abzug brin­gen, wenn für sei­ne beruf­li­che Tätig­keit kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung steht (§ 9 Abs. 5 i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 2 und 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes). Ein “ande­rer Arbeits­platz” ist nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) grund­sätz­lich jeder Arbeits­platz, der zur Erle­di­gung büro­mä­ßi­ger Arbei­ten geeig­net ist.

Der VI. Senat des BFH hat mit Urteil vom 26. Febru­ar 2014 — VI R 1112 ent­schie­den, dass ein “ande­rer Arbeits­platz” erst dann zur Ver­fü­gung steht, wenn der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­neh­mer den Arbeits­platz tat­säch­lich zuge­wie­sen hat. Der Arbeit­neh­mer hat bei der Inan­spruch­nah­me und Aus­ge­stal­tung eines “ande­ren Arbeits­plat­zes” das Direk­ti­ons­recht des Arbeit­ge­bers zu beach­ten. Fer­ner ist ein Raum nicht zur Erle­di­gung büro­mä­ßi­ger Arbei­ten geeig­net, wenn wegen Sanie­rungs­be­darfs Gesund­heits­ge­fahr besteht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 9.07.2014 zu dem Urteil.

Im Streit­fall war einem Pfar­rer die im Ober­ge­schoss des Pfarr­hofs gele­ge­ne Woh­nung für Wohn­zwe­cke über­las­sen wor­den. Der Pfar­rer mach­te die Kos­ten für ein zur Woh­nung gehö­ren­des häus­li­ches Arbeits­zim­mer erfolg­los als Wer­bungs­kos­ten gel­tend. Im Kla­ge­ver­fah­ren trug er vor, der im Erd­ge­schoss gele­ge­ne und ihm als sog. Amts­zim­mer über­las­se­ne Raum sei wegen Bau­män­geln nicht als Arbeits­zim­mer nutz­bar. Die übri­gen im Erd­ge­schoss gele­ge­nen Räu­me wür­den ander­wei­tig genutzt und stän­den ihm nicht zur Ver­fü­gung.

Das Finanz­ge­richt (FG) hat­te die Kla­ge mit der Begrün­dung abge­wie­sen, dass der Klä­ger die Mög­lich­keit gehabt habe, eines der sons­ti­gen im Erd­ge­schoss des Pfarr­hofs vor­han­de­nen Zim­mer für sich als Büro ein­zu­rich­ten. Der BFH hat die­se Ent­schei­dung nun auf­ge­ho­ben und den Rechts­streit an das FG zurück­ver­wie­sen. Die­ses muss nun klä­ren, ob das vom Arbeit­ge­ber als Arbeits­platz zuge­wie­se­ne “Amts­zim­mer” tat­säch­lich nicht nutz­bar war.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.


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Jörg Pas­sau
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