(Kiel) Mit einem am 13.04.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteil zur Ein­kom­men­steu­er 2006 hat das Finanz­ge­richt (FG) Rhein­land-Pfalz zu der Fra­ge Stel­lung genom­men, ob bzw. unter wel­chen Umstän­den Schul­geld­zah­lun­gen für den Besuch einer Logo­pä­die­schu­le als Son­der­aus­ga­ben berück­sich­tigt wer­den kön­nen.

Dar­auf­ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am am 13.04.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil das Finanz­ge­richt (FG) Rhein­land-Pfalz vom 3. März 2010, AZ.: 1 K 233808.

Im Streit­fall besuch­te die Toch­ter der Klä­ger von 2005 bis 2008 eine staat­lich aner­kann­te Berufs­fach­schu­le für Logo­pä­die in Rhein­land-Pfalz (RLP). Im Jah­re 2006 ent­rich­te­ten die Klä­ger für den Besuch der Schu­le durch ihre Toch­ter Schul­geld­zah­lun­gen in Höhe von rd. 8.600.- € und mach­ten die­sen Betrag in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2006 als Son­der­aus­ga­ben gel­tend. Das Finanz­amt ließ jedoch die Schul­geld­zah­lun­gen nicht zum Son­der­aus­ga­be­ab­zug zu und begrün­de­te das damit, die Klä­ger hät­ten den Nach­weis, dass es sich bei der von der Toch­ter besuch­ten Schu­le um eine nach Lan­des­recht aner­kann­te Ersatz­schu­le han­de­le, nicht erbracht.

Nach­dem die Klä­ger bereits im Ein­spruchs­ver­fah­ren gel­tend gemacht hat­ten, dass die Logo­pä­die­schu­le eine Ersatz­schu­le sei, tru­gen sie mit der Kla­ge wei­ter vor, die Schu­le sei staat­lich aner­kannt im Sin­ne des Logo­pä­die­ge­set­zes, sie sei auch eine staat­lich geneh­mig­te Schu­le. Die Logo­pä­die­schu­le stel­le eine pri­va­te Schu­le als Ersatz für eine öffent­li­che Schu­le dar und sei somit eine zum Son­der­aus­ga­ben­ab­zug berech­ti­gen­de Ersatz­schu­le im Sin­ne des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG). Zwar fie­len die inner­halb von RLP betrie­be­nen Aus­bil­dun­gen in Gesund­heits­be­ru­fen nicht unter das Pri­vat­schul­ge­setz, hier­aus sei aber nicht zu fol­gern, dass des­halb die staat­li­che Geneh­mi­gung oder Aner­ken­nung zu ver­sa­gen sei. Die Anwen­dung des Pri­vat­schul­ge­set­zes sei nicht Vor­aus­set­zung für den Son­der­aus­ga­ben­ab­zug.

Die Kla­ge hat­te jedoch kei­nen Erfolg, so Pas­sau.

Das FG Rhein­land-Pfalz führ­te u.a. aus, ein Son­der­aus­ga­ben­ab­zug sei beim Besuch einer staat­lich geneh­mig­ten oder nach Lan­des­recht erlaub­ten Ersatz­schu­le sowie einer nach Lan­des­recht aner­kann­ten all­ge­mein bil­den­den Ergän­zungs­schu­le mög­lich. Hin­sicht­lich der Son­der­aus­ga­ben knüp­fe der Gesetz­ge­ber erkenn­bar an (landes-)schulrechtliche Begrif­fe an. Schul­geld für den Besuch von Ergän­zungs­schu­len sei nur begüns­tigt, wenn es sich um eine nach Lan­des­recht aner­kann­te all­ge­mein bil­den­de Ergän­zungs­schu­le han­de­le. Dar­an feh­le es hier. Die Logo­pä­die­schu­le sei auch kei­ne staat­lich geneh­mig­te oder nach Lan­des­recht erlaub­te Ersatz­schu­le. Die vor­lie­gen­de staat­li­che Aner­ken­nung bezie­he sich inso­weit ledig­lich auf Anfor­de­run­gen, die die Schu­le bei der Aus­bil­dung und Prü­fung der Schü­ler erfül­le. Die Schu­le die­ne nicht als Ersatz für eine in RLP vor­han­de­ne öffent­li­che Schu­le. Eben­so wenig erset­ze sie eine regel­mä­ßig erfor­der­li­che öffent­li­che Schu­le, da für die Aus­bil­dung zum Logo­pä­den eine Schu­le in staat­li­cher Trä­ger­schaft grund­sätz­lich nicht vor­ge­se­hen sei.

Die Klä­ger wür­den durch die Ver­sa­gung des Son­der­aus­ga­ben­ab­zugs auch nicht gleich­heits­wid­rig benach­tei­ligt. Schul­geld sei nur als Son­der­aus­ga­ben abzieh­bar, wenn eine Schu­le tat­säch­lich als Ersatz­schu­le geneh­migt oder nach Lan­des­recht als all­ge­mein bil­den­de Ergän­zungs­schu­le förm­lich aner­kannt sei. Durch die Anknüp­fung des EStG an eine lan­des­recht­li­che Aner­ken­nung wer­de zudem den Lan­des­ge­setz­ge­bern im Rah­men ihrer (Pri­vat-) Schul­ho­heit die Mög­lich­keit ein­ge­räumt, durch Gestal­tung eines Aner­ken­nungs­ver­fah­rens die För­de­rungs­be­dürf­tig­keit und — wür­dig­keit der Schu­len näher zu regeln. Die steu­er­recht­li­che Vor­aus­set­zung, dass die Schu­len als Bedin­gung für eine För­de­rung ein Geneh­mi­gungs-, Erlaub­nis- oder Aner­ken­nungs­ver­fah­ren durch­lau­fen müss­ten, in dem gege­be­nen­falls nach Maß­ga­be der lan­des­recht­li­chen Rege­lung Min­dest­an­for­de­run­gen z.B. an Lehr­zie­le, Schul­ein­rich­tung und die Aus­bil­dung der Lehr­kräf­te über­prüft wür­den, sei jeden­falls nicht sach­fremd.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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