(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für ein Stu­di­um, wel­ches eine Erst­aus­bil­dung ver­mit­telt und nicht im Rah­men eines Dienst­ver­hält­nis­ses statt­fin­det, nicht als vor­weg­ge­nom­me­ne Betriebs­aus­ga­ben abzieh­bar sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 8.01.2014 zu sei­nem Urteil vom 5. Novem­ber 2013 (VIII R 2212).

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger ein Jura­stu­di­um als Erst­stu­di­um auf­ge­nom­men und begehr­te für die Jah­re 2004 und 2005 unter Hin­weis auf die neue­re Recht­spre­chung des BFH (aus dem Jahr 2011), die Auf­wen­dun­gen für das Stu­di­um (im Wesent­li­chen die Kos­ten der Woh­nung am Stu­di­en­ort) als vor­weg­ge­nom­me­ne Betriebs­aus­ga­ben aus selb­stän­di­ger Arbeit abzu­zie­hen. Dem stand ent­ge­gen, dass der Gesetz­ge­ber als Reak­ti­on auf die geän­der­te BFH-Recht­spre­chung die §§ 12 Nr. 5 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) und 4 Abs. 9 EStG unter dem 7. Dezem­ber 2011 neu gefasst und nun­mehr aus­drück­lich ange­ord­net hat­te, dass Auf­wen­dun­gen des Steu­er­pflich­ti­gen für sei­ne erst­ma­li­ge Berufs­aus­bil­dung oder für ein Erst­stu­di­um, das zugleich eine Erst­aus­bil­dung ver­mit­telt, weder Betriebs­aus­ga­ben noch Wer­bungs­kos­ten dar­stel­len. Anzu­wen­den ist die Neu­fas­sung des Geset­zes für Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me ab 2004.

Der BFH erach­tet die­se Neu­re­ge­lung als ver­fas­sungs­ge­mäß. Sie ver­sto­ße weder gegen das Rück­wir­kungs­ver­bot noch gegen den Gleich­heits­grund­satz des Art. 3 des Grund­ge­set­zes in des­sen Aus­prä­gung durch das Prin­zip der Leis­tungs­fä­hig­keit und das Gebot der Fol­ge­rich­tig­keit. Der Gesetz­ge­ber habe nur das lang­jäh­ri­ge und auch bis 2011 vom BFH aner­kann­te grund­sätz­li­che Abzugs­ver­bot für Kos­ten der beruf­li­chen Erst­aus­bil­dung noch­mals bestä­tigt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
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