(Kiel) Soeben hat sich der Koali­ti­ons­aus­schuss auf eine Reform des Erb­schaft­steu­er- und Bewer­tungs­rechts geei­nigt. Im Kern wird dabei die Fami­lie stär­ker ent­las­tet, wäh­rend die Erben höhe­ren Ver­mö­gens, Fami­li­en­frem­de sowie Immo­bi­li­en­er­ben in Zukunft deut­lich tie­fer in die Tasche grei­fen müs­sen.

Neu an dem gefun­de­nen Kom­pro­miss, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb- und Steu­er­recht  Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Prä­si­dent des DUV — Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, ist, dass der über­le­ben­de Ehe­gat­te sowie Kin­der zusätz­lich neben dem erb­schaft­steu­er­li­chen Frei­be­trag von 500.000 Euro für Ehe­gat­ten und 400.000 Euro je Kind kei­ne Erb­schaft­steu­er auf ein ver­erb­tes Haus oder eine Eigen­tums­woh­nung zah­len müs­sen, solan­ge sie die­se min­des­tens 10 Jah­re lang selbst nut­zen. Aller­dings, so betont Gie­se­ler, gel­te hier die Ein­schrän­kung, dass das geerb­te Objekt in die­ser Frist weder (fremd-) ver­mie­tet oder ver­pach­tet, noch ver­kauft wer­den dür­fe. Auch eine Nut­zung des Objekts nur als „Zweit­wohn­sitz“ sei steu­er­schäd­lich und löse nach­träg­lich die Besteue­rung aus. Bei Kin­dern gel­te für die Steu­er­frei­heit zusätz­lich noch die Auf­la­ge, dass die Wohn­flä­che nicht grö­ßer als 200 qm sein darf.

Bei Fir­men­er­ben, so ergänzt sein Kie­ler Vor­stands­kol­le­ge, Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, wer­de es in Zukunft zwei Optio­nen geben, die aller­dings nach­träg­lich nicht mehr revi­diert wer­den kön­nen. Danach gel­te

•    Fir­men­er­ben, die den ererb­ten Betrieb im Kern sie­ben Jah­re fort­füh­ren, wer­den von der Besteue­rung von 85% des ererb­ten Betriebs­ver­mö­gens ver­schont, wenn die „Lohn­sum­me“ nach sie­ben Jah­ren nicht weni­ger als 650% der Lohn­sum­me zum Erb­zeit­punkt beträgt. Dane­ben darf der Anteil des Ver­wal­tungs­ver­mö­gens am betrieb­li­chen Gesamt­ver­mö­gen höchs­tens 50% betra­gen.

•    Fir­men­er­ben, die den ererb­ten Betrieb im Kern zehn Jah­re lang fort­füh­ren, wer­den kom­plett von der Erb­schaft­steu­er ver­schont, wenn die „Lohn­sum­me“ nach zehn Jah­ren nicht weni­ger als 1.000% der Lohn­sum­me zum Erb­zeit­punkt beträgt. Dane­ben darf der Anteil des Ver­wal­tungs­ver­mö­gens höchs­tens 10% betra­gen.

Was von der Poli­tik als eine „gerech­te­re und bes­se­re Erb­schaft­steu­er“ gefei­ert wer­de, so die bei­den Exper­ten, wer­de sich im pri­va­ten Bereich im Hin­blick auf die Zehn­jah­res­frist recht schnell als „Klotz am Bein“ erwei­sen, wäh­rend im betrieb­li­chen Bereich ange­sichts einer anste­hen­den Rezes­si­on die Auf­recht­erhal­tung der nahe­zu unver­än­der­ten Lohn­sum­men über sie­ben bzw. zehn Jah­re kaum pro­gnos­ti­zier­bar sei. Es sei daher gera­de im betrieb­li­chen Bereich zu befürch­ten, dass es zu mas­si­ven Nach­be­steue­rungs­ver­fah­ren kom­me, wenn der Gesetz­ge­ber im Hin­blick auf die zurück­ge­hen­de Wirt­schafts­leis­tung nicht noch wei­te­re Ver­scho­nungs­re­ge­lun­gen tref­fe.

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