(Kiel) Die für den Bezug von Kin­der­geld maß­geb­li­che Alters­gren­ze von 25 Jah­ren ver­län­gert sich auch dann um einen der Dau­er des vom Kind geleis­te­ten Grund­wehr- oder Zivil­diens­tes, wenn auch wäh­rend der Dau­er des Diens­tes Kin­der­geld gezahlt wor­den ist, weil das Kind zeit­gleich für einen Beruf aus­ge­bil­det wur­de (hier: Hoch­schul­stu­di­um).

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 3ß.10.2013 zu sei­nem Urteil vom 5. Sep­tem­ber 2013 — XI R 12/12.

Nach dem Abitur im Juni 2004 leis­te­te der Sohn (S) des Klä­gers von Novem­ber 2004 bis Juli 2005 neun Mona­te Zivil­dienst. Dane­ben war S im Win­ter­se­mes­ter 2004/2005 von Okto­ber 2004 bis März 2005 sechs Mona­te an einer Uni­ver­si­tät im Fach­be­reich Mathe­ma­tik imma­tri­ku­liert. Im Okto­ber 2005 begann S mit dem Stu­di­um der Phy­sik. Im April 2010 voll­ende­te S sein 25. Lebens­jahr. Der Klä­ger erhielt für S — auch für die gesam­te Zeit des Zivil­diens­tes — bis ein­schließ­lich April 2010 Kin­der­geld. Die Fami­li­en­kas­se hob die Fest­set­zung des Kin­der­gel­des für den jeden­falls noch bis zum 31. August 2010 imma­tri­ku­lier­ten S ab Mai 2010 auf, weil die Alters­gren­ze über­schrit­ten sei.

Die anschlie­ßen­de Kla­ge hat­te (nur) zum Teil Erfolg. Das Finanz­ge­richt (FG) war der Ansicht, der Ver­län­ge­rungs­zeit­raum sei um die tat­säch­li­che Dau­er des neben dem Zivil­dienst betrie­be­nen Stu­di­ums (sechs Mona­te) zu kür­zen. Für die rest­li­che Dau­er des Zivil­diens­tes (drei Mona­te) ver­län­ge­re sich dage­gen der Bezug des Kin­der­gel­des.

Auf die Revi­si­on des Klä­gers hob der BFH das Urteil auf. Kin­der­geld wird grund­sätz­lich nur bis zur Voll­endung des 25. Lebens­jahrs gewährt. Über die­se Alters­gren­ze hin­aus wird ein Kind gemäß § 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) aus­nahms­wei­se berück­sich­tigt, wenn es den gesetz­li­chen Grund­wehr­dienst oder den Zivil­dienst geleis­tet hat. Der End­zeit­punkt für die Gewäh­rung des Kin­der­gel­des wird in die­sem Fall um einen der Dau­er des geleis­te­ten Diens­tes ent­spre­chen­den Zeit­raum (im Streit­fall neun Mona­te) hin­aus­ge­scho­ben. Der Gesetz­ge­ber, so der BFH, habe in § 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG eine typi­sie­ren­de Rege­lung getrof­fen mit dem Zweck, eine durch die Ableis­tung des Diens­tes im Regel­fall ein­ge­tre­te­ne Aus­bil­dungs­ver­zö­ge­rung zu kom­pen­sie­ren. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des FG sei inso­weit nicht dar­auf abzu­stel­len, ob und in wel­chem Umfang sich durch die Dienst­zeit die Aus­bil­dung für einen Beruf im kon­kre­ten Fall tat­säch­lich ver­zö­gert habe.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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