(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat soeben ent­schie­den, dass die Zah­lung eines lea­sing­ty­pi­schen Min­der­wert­aus­gleichs nach Ablauf eines Lea­sing­ver­tra­ges nicht der Umsatz­steu­er unter­liegt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 02.02.2011 ver­öf­fent­lich­te Urteil des  Nie­der­säch­si­sches (FG) Finanz­ge­richts vom 2. Dezem­ber 2010 — Az. 5 K 22409.

Die Ent­schei­dung betrifft eine Kon­stel­la­ti­on, wie sie nach Ablauf von Kfz-Lea­sing­ver­trä­gen häu­fig vor­kommt: Der Lea­sing­neh­mer ist nach Ablauf der regu­lä­ren Lauf­zeit eines Lea­sing­ver­tra­ges ver­pflich­tet, das Fahr­zeug in einem dem Alter und der ver­trags­ge­mä­ßen Fahr­leis­tung ent­spre­chen­den Erhal­tungs­zu­stand, frei von Schä­den sowie ver­kehrs- und betriebs­si­cher zurück­zu­ge­ben. Ent­spricht das Fahr­zeug bei Rück­ga­be nicht die­sem Zustand, sehen die all­ge­mei­nen Lea­sing­be­din­gun­gen einen ver­trag­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spruch –den sog. lea­sing­ty­pi­schen Min­der­wert­aus­gleich– vor.

Nach Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung (BMF-Schrei­ben vom 22.05.2008 — IV B 8 — S 7100÷07÷10007, BSt­Bl. I 2008, 632) unter­liegt die Zah­lung die­ses Min­der­wert­aus­gleichs an den Lea­sing­ge­ber der Umsatz­steu­er. Bei einer sol­chen Zah­lung han­de­le es sich um ein umsatz­steu­er­pflich­ti­ges Ent­gelt für die ver­ein­bar­te Gebrauchs­über­las­sung, die auch die Dul­dung einer den ver­trags­ge­mä­ßen Gebrauch über­schrei­ten­den Nut­zung beinhal­te.

Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt ist dem­ge­gen­über der Mei­nung, dass die Zah­lung die­ses Min­der­wert­aus­gleichs nicht umsatz­steu­er­bar ist und hat sich damit der in der Zivil­ge­richts­bar­keit über­wie­gend ver­tre­te­nen Auf­fas­sung ange­schlos­sen, betont Pas­sau.

Maß­ge­bend hier­für ist nach Auf­fas­sung des 5. Senats, dass die Aus­gleichs­zah­lung des Lea­sing­neh­mers nicht im Leis­tungs­aus­tausch mit Leis­tun­gen des Lea­sing­ge­bers steht, weil es an der erfor­der­li­chen Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen Leis­tung und Gegen­leis­tung fehlt. Steu­er­pflich­ti­ge Leis­tung des Lea­sing­ge­bers ist die Gebrauchs­über­las­sung der Lea­sing­sa­che auf Zeit. Nach Ablauf der ver­ein­bar­ten Lea­sing­zeit hat der Lea­sing­ge­ber sei­ne ver­trag­li­che Haupt­leis­tungs­pflicht erfüllt. Der Lea­sing­neh­mer erbringt die von ihm noch geschul­de­te Aus­gleichs­zah­lung nicht, um eine Leis­tung zu erhal­ten, son­dern weil er ver­trag­lich zur Leis­tung des Scha­dens­er­sat­zes ver­pflich­tet ist.

Das Finanz­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung der Rechts­sa­che zuge­las­sen. Ein Akten­zei­chen des BFH liegt der­zeit noch nicht vor.

Pas­sau emp­fahl, dies und einen etwai­gen Fort­gang beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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