(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass eine Abschrei­bung (sog. Teil­wert­ab­schrei­bung) auf fest­ver­zins­li­che Wert­pa­pie­re unter ihren Nenn­wert allein wegen gesun­ke­ner Kur­se nicht zuläs­sig ist.

Dies betrifft ins­be­son­de­re auch Geld­in­sti­tu­te, denn Abschrei­bungs­ver­bot gilt auch für fest­ver­zins­li­che Wert­pa­pie­re, die zum Han­dels­be­stand gehö­ren und des­halb im Umlauf­ver­mö­gen gehal­ten wer­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 17. August 2011 zu sei­nem Urteil vom 8. Juni 2011 — I R 9810.

Eine Bank hat­te Teil­wert­ab­schrei­bun­gen auf fest­ver­zins­li­che Wert­pa­pie­re gel­tend gemacht. Dies hat­te das Finanz­amt inso­weit abge­lehnt, als die Kurs­wer­te unter deren Nomi­nal­wert gefal­len waren. Dem folg­te der BFH, so Pas­sau.

Ein Wirt­schafts­gut ist grund­sätz­lich mit sei­nen Anschaf­fungs­kos­ten in der Bilanz aus­zu­wei­sen. Statt­des­sen kann der Teil­wert ange­setzt wer­den, wenn die­ser auf­grund einer vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Wert­min­de­rung unter den Anschaf­fungs­kos­ten des Wirt­schafts­gu­tes liegt. Sinkt der Kurs fest­ver­zins­li­cher Wert­pa­pie­re unter ihren Nenn­be­trag, recht­fer­tigt dies nach Auf­fas­sung des BFH grund­sätz­lich kei­ne gewinn­min­dern­de Teil­wert­ab­schrei­bung. Da fest­ste­he, dass der Gläu­bi­ger zum Ende der Lauf­zeit den Nenn­be­trag des Papiers erhal­te, sei die Wert­min­de­rung nicht dau­ernd. Nur wenn Zwei­fel an der Boni­tät des Schuld­ners bestün­den, kom­me eine ande­re Beur­tei­lung in Betracht.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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