(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat eine Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts bestä­tigt, wonach Mit­ar­bei­ter eines Kre­dit­in­sti­tuts für die von anonym geblie­be­nen Kun­den mut­maß­lich hin­ter­zo­ge­ne Ein­kom­men­steu­er auf mut­maß­lich im Aus­land erziel­te Kapi­tal­erträ­ge nicht haf­ten, obwohl die Kun­den als Fol­ge der von der Bank ange­bo­te­nen Mög­lich­keit des anony­mi­sier­ten Kapi­tal­trans­fers in das Aus­land nicht ent­tarnt wer­den konn­ten.

Dar­auf ver­weist Fach­an­walt für Erb-, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler aus der Nürn­ber­ger Kanz­lei Mein­hardt, Gie­se­ler & Part­ner, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 10.04.2013 zu sei­nem Urteil vom 15. Janu­ar 2013 — VIII R 2210.

Der Klä­ger hat­te 1992 und 1993 als Lei­ter der Wert­pa­pier­ab­tei­lung eines gro­ßen deut­schen Kre­dit­in­sti­tuts dar­an mit­ge­wirkt, dass Kun­den des Kre­dit­in­sti­tuts Wert­pa­pie­re unter Ver­schleie­rung ihrer Iden­ti­tät nach Luxem­burg oder in die Schweiz trans­fe­rie­ren konn­ten. Dies dien­te dazu, der 1991 in Deutsch­land ein­ge­führ­ten Zins­ab­schlags­steu­er zu ent­ge­hen. Steu­er­straf­recht­li­che Ermitt­lun­gen bei dem Kre­dit­in­sti­tut brach­ten zwar den Umfang des auf die­sem Weg anonym in das Aus­land trans­fe­rier­ten Ver­mö­gens zu Tage. Es gelang jedoch nicht, sämt­li­che dahin­ter­ste­hen­den Kun­den nament­lich zu ent­tar­nen. Die wei­te­ren Ermitt­lun­gen erga­ben, dass von den ent­tarn­ten Kun­den nahe­zu kei­ner die im Aus­land erziel­ten Kapi­tal­erträ­ge in sei­ner Steu­er­erklä­rung ange­ge­ben hat­te.

Das Finanz­amt über­trug die Erkennt­nis­se aus der Grup­pe der ent­tarn­ten Kun­den auf die Grup­pe der nicht ent­tarn­ten Kun­den und nahm den Klä­ger (u.a.) unter Anwen­dung eines groß­zü­gi­gen Sicher­heits­ab­schlags für die von den nicht ent­tarn­ten Wert­pa­pier­kun­den mut­maß­lich hin­ter­zo­ge­ne Ein­kom­men­steu­er auf im Aus­land erziel­te Kapi­tal­erträ­ge in Haf­tung.

Die Kla­ge hat­te Erfolg, so Dr. Gie­se­ler.

Das Finanz­ge­richt hat u.a. aus­ge­führt, allein die Tat­sa­che des anony­men Kapi­tal­trans­fers rei­che nicht aus, um eine hin­rei­chend siche­re Über­zeu­gung davon zu gewin­nen, dass die nicht ent­tarn­ten Kun­den die Ein­kom­men­steu­er auf im Aus­land erziel­te Kapi­tal­ein­künf­te hin­ter­zo­gen hät­ten. Auch die Erkennt­nis­se aus der Grup­pe der ent­tarn­ten Kun­den könn­ten für die Grup­pe der anonym geblie­be­nen Kun­den kon­kre­te tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen nicht erset­zen. Dies gehe zu Las­ten der Finanz­ver­wal­tung, die hier­für die Fest­stel­lungs­last tra­ge. Der BFH hat die­se Aus­füh­run­gen bestä­tigt. Ob eine Steu­er­hin­ter­zie­hung unter ande­ren tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen auch ohne nament­li­che Kennt­nis des Haupt­tä­ters in Betracht kommt, hat der BFH aus­drück­lich offen gelas­sen.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl. dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wozu er u. a. auch auf den DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. — www.duv-verband.de — ver­wies.

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