(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat ent­schie­den, dass die mit einer sog. “Coas­ter-Bahn” erbrach­ten Umsät­ze umsatz­steu­er­recht­lich kei­ne Beför­de­rungs­leis­tun­gen sind und daher nicht dem ermä­ßig­ten Steu­er­satz unter­lie­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 19.06.2013 zu sei­nem Urteil vom 20. Febru­ar 2013 — XI R 1211.

Bei einer sog. “Coas­ter-Bahn” fah­ren die Kun­den auf schie­nen­ge­bun­de­nen Schlit­ten zu Tal, wobei die­se im Streit­fall eine Fahr­stre­cke von 2,9 km bei einem Höhen­un­ter­schied von ca. 400 m zurück­leg­ten. Die Berg­sta­ti­on als Start­punkt der ganz­jäh­rig betrie­be­nen “Coas­ter-Bahn” konn­ten die Kun­den mit der eben­falls von der Klä­ge­rin betrie­be­nen Ses­sel­bahn errei­chen.

Die Klä­ge­rin war im Unter­schied zum Finanz­amt der Mei­nung, es han­de­le sich bei dem Betrieb der “Coas­ter-Bahn” um eine schie­nen­ge­bun­de­ne Per­so­nen­be­för­de­rung nach § 12 Abs. 2 Nr. 10 Buchst. b des Umsatz­steu­er­ge­set­zes in der im Streit­jahr 2005 gel­ten­den Fas­sung, für die anstel­le des sei­ner­zeit gel­ten­den Regel­steu­er­sat­zes von 16 % der ermä­ßig­te Steu­er­satz von 7 % anwend­bar sei.

Der BFH bestä­tig­te dem­ge­gen­über die Vor­ent­schei­dung, wonach die Klä­ge­rin ledig­lich den Fahr­gäs­ten ein Beför­de­rungs­mit­tel über­las­sen, aber nicht selbst eine Per­so­nen­be­för­de­rungs­leis­tung erbracht habe. Zwar steht es der Beur­tei­lung als Beför­de­rungs­leis­tung nicht ent­ge­gen, wenn das Motiv für die Inan­spruch­nah­me der Leis­tung in der sport­li­chen Betä­ti­gung oder in ande­ren Grün­den der Frei­zeit­ge­stal­tung oder des Tou­ris­mus liegt. Der Begriff der Beför­de­rung ist aber erst erfüllt, wenn eine der Raum­über­win­dung die­nen­de (akti­ve) Tätig­keit ent­fal­tet wird, wobei die Art des Beför­de­rungs­mit­tels kei­ne Bedeu­tung hat. Im Streit­fall haben die Fahr­gäs­te die ihnen über­las­se­nen Schlit­ten hin­ge­gen selbst jeweils mit­tels ihres eige­nen Kör­per­ge­wichts zu Tal gebracht und konn­ten auch die Fahr­ge­schwin­dig­keit bestim­men.

Ähn­lich hat­te jüngst der V. Senat des BFH ent­schie­den, dass die Über­las­sung von Drai­si­nen zur selb­stän­di­gen Nut­zung durch die Fahr­gäs­te eben­falls als Ver­mie­tung eines Beför­de­rungs­mit­tels und nicht als Beför­de­rung zu qua­li­fi­zie­ren ist (BFH-Urteil vom 6. Dezem­ber 2012 V R 3611, BFH/NV 2013, 944).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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