(Kiel) Nach Auf­fas­sung des VIII. Senats des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) kön­nen Schuld­zin­sen für die Anschaf­fung einer im Pri­vat­ver­mö­gen gehal­te­nen wesent­li­chen Betei­li­gung i.S. des § 17 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG), die auf Zeit­räu­me nach der Ver­äu­ße­rung der Betei­li­gung ent­fal­len, ab dem Jahr 2009 nicht als nach­träg­li­che Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen abge­zo­gen wer­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 15.10.2014 zu sei­nem Urteil vom 1. Juli 2014 (VIII R 5312).

Der Klä­ger hat­te eine grö­ße­re GmbH-Betei­li­gung im Sep­tem­ber 2001 mit Ver­lust ver­äu­ßert und in die­sem Zusam­men­hang auf die Rück­zah­lung eines kre­dit­fi­nan­zier­ten Gesell­schaf­ter­dar­le­hens ver­zich­ten müs­sen. Nach­dem er für die Jah­re 2005 bis 2008 die Finan­zie­rungs­kos­ten (Schuld­zin­sen) als nach­träg­li­che Wer­bungs­kos­ten bei Ermitt­lung sei­ner Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen abge­zo­gen hat­te, ver­sag­te das Finanz­amt (FA) den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für das Jahr 2009.

Der BFH hat die Rechts­auf­fas­sung des FA bestä­tigt. Mit Ein­füh­rung der Abgel­tungs­teu­er für pri­va­te Kapi­tal­erträ­ge hat der Gesetz­ge­ber in § 20 Abs. 9 EStG ab dem Jahr 2009 den Abzug der tat­säch­lich ent­stan­de­nen Wer­bungs­kos­ten aus­ge­schlos­sen. Das Gesetz gestat­tet nur noch den Abzug des Spa­rer-Pausch­be­trags von 801 €. Ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken begeg­net dies nach Auf­fas­sung des VIII. Senats des BFH nicht. Mit der Gewäh­rung des Spa­rer-Pausch­be­trags in Höhe von 801 € habe der Gesetz­ge­ber eine ver­fas­sungs­recht­lich grund­sätz­lich anzu­er­ken­nen­de Typi­sie­rung der Wer­bungs­kos­ten bei den Bezie­hern nied­ri­ger Kapi­tal­ein­künf­te sowie mit der Sen­kung des Steu­er­ta­rifs von bis zu 45 % auf nun­mehr 25 % zugleich eine ver­fas­sungs­recht­lich anzu­er­ken­nen­de Typi­sie­rung der Wer­bungs­kos­ten bei den Bezie­hern höhe­rer Kapi­tal­ein­künf­te vor­ge­nom­men.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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