(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass Schuld­zin­sen als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wer­den kön­nen, wenn eine ver­mö­gens­ver­wal­ten­de Per­so­nen­ge­sell­schaft vom ein­brin­gen­den Gesell­schaf­ter ein ursprüng­lich pri­vat ver­an­lass­tes Dar­le­hen als Gegen­leis­tung für das von ihm ein­ge­brach­te Grund­stück über­nimmt. Die Schuld­über­nah­me führt bei der Gesell­schaft zu Anschaf­fungs­kos­ten.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 7.12.2011 zu sei­nem Urteil vom 18. Okto­ber 2011 — IX R 1511.

Im Streit­fall grün­de­ten Ehe­leu­te eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR), an der der Ehe­mann zu 10% und die Ehe­frau zu 90% betei­ligt war. Der Ehe­mann brach­te sein ver­mie­te­tes Mehr­fa­mi­li­en­haus in die GbR ein. Im Gegen­zug über­nahm die GbR u.a. die Zins- und Til­gungs­ver­pflich­tun­gen aus Dar­le­hen, die der Ehe­mann ursprüng­lich zur Finan­zie­rung des selbst­ge­nutz­ten Ein­fa­mi­li­en­hau­ses auf­ge­nom­men hat­te.

Das Finanz­ge­richt hat­te einen Gestal­tungs­miss­brauch ange­nom­men und den Abzug der Schuld­zin­sen nicht zuge­las­sen, weil pri­vat ver­an­lass­te Auf­wen­dun­gen in den steu­er­li­chen Bereich ver­la­gert wor­den sei­en. Der BFH hat dies anders beur­teilt, so Pas­sau.

Bei einer GbR wer­den die Wirt­schafts­gü­ter, mit­hin auch Grund­stück und Dar­le­hen, den Betei­lig­ten antei­lig zuge­rech­net (§ 39 Abs. 2 Nr. 2 der Abga­ben­ord­nung). Das bedeu­tet: Die Ehe­frau hat das Ver­mie­tungs­ob­jekt zu 90% ange­schafft, und zwar gegen Über­nah­me einer frem­den Schuld in glei­cher Höhe. Da der Grund für die Schuld­über­nah­me im steu­er­recht­lich bedeut­sa­men Bereich der Ein­künf­te­er­zie­lung (Ver­mie­tung) liegt, ist die­se Gestal­tung nicht rechts­miss­bräuch­lich. Es geht nicht um eine Ver­la­ge­rung von pri­vat ver­an­lass­ten Auf­wen­dun­gen, son­dern um eine Über­la­ge­rung des zunächst aus pri­va­ten Grün­den auf­ge­nom­me­nen und ver­wen­de­ten Dar­le­hens durch einen neu­en, nun­mehr steu­er­recht­lich beacht­li­chen Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
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