(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat die Kos­ten, die einem wegen einer vor­sätz­li­chen Tat Ver­ur­teil­ten für sei­ne Straf­ver­tei­di­gung ent­stan­den sind, nicht zum Abzug als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen zuge­las­sen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 4.09.2013 zu sei­nem Urteil vom 16. April 2013 — IX R 512.

Der Klä­ger war rechts­kräf­tig wegen Bei­hil­fe zur Untreue zu einer Gesamt­frei­heits­stra­fe von drei Jah­ren und neun Mona­ten ver­ur­teilt wor­den. Er mach­te sei­ne Rechts­an­walts­kos­ten (ca. 50.000 Euro für 2007 und 160.000 Euro für 2008) steu­er­min­dernd gel­tend. Sie wur­den weder vom Finanz­amt noch vom Finanz­ge­richt aner­kannt, ins­be­son­de­re auch nicht als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen.

Der BFH hat den Abzug der Straf­ver­tei­di­gungs­kos­ten als Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten (§ 4 Abs. 4, § 9 Abs. 1 EStG) ver­sagt, weil die Tat nicht ein­deu­tig der beruf­li­chen oder sons­ti­gen steu­er­ba­ren Sphä­re zuzu­ord­nen war. Auch den Abzug als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen hat er mit der all­ge­mei­nen Mei­nung ver­neint. Dem steht nach Ansicht des erken­nen­den IX. Senats die neue­re Recht­spre­chung des VI. Senats (Urteil vom 12. Mai 2011 VI R 4210 BFHE 234, 30, BSt­Bl II 2011, 1015) nicht ent­ge­gen, wonach sich die Unaus­weich­lich­keit von Pro­zess­kos­ten dar­aus ergibt, dass der Steu­er­pflich­ti­ge zur Durch­set­zung sei­nes Rechts den Rechts­weg beschrei­ten muss. Im Streit­fall fehlt es aber schon an der Unaus­weich­lich­keit der Auf­wen­dun­gen. Die Straf­ver­tei­di­gungs­kos­ten hat der Klä­ger gera­de wegen sei­ner rechts­kräf­ti­gen Ver­ur­tei­lung zu tra­gen. Die Straf­tat ist aber nicht unaus­weich­lich.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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