(Kiel)  Der Bun­des­fi­nanz­hof hat sich soeben zur Fra­ge des Abzugs nach­träg­li­cher Schuld­zin­sen nach Auf­ga­be der Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht geäu­ßert.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 21.05.2014 zu seine­mUr­teil vom 21. Janu­ar 2014 — IX R 3712.

Der Klä­ger erwarb 1999 ein u.a. mit einer Gast­stät­te und mit sie­ben Feri­en­woh­nun­gen bebau­tes Grund­stück, aus dem er in den Streit­jah­ren 2003 bis 2006 (nega­ti­ve) Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung erziel­te. Wegen man­geln­der Ren­ta­bi­li­tät des Gesamt­ob­jek­tes ver­such­te der Klä­ger –par­al­lel zu sei­nen Ver­mie­tungs­be­mü­hun­gen– ab Mai 2003, das Objekt zu ver­äu­ßern, was letzt­lich 2008 gelang. Das Finanz­amt ging davon aus, dass der Klä­ger sei­ne Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht mit Blick auf die seit 2003 unter­nom­me­nen Ver­kaufs­be­mü­hun­gen auf­ge­ge­ben habe und berück­sich­tig­te dem­entspre­chend die vom Klä­ger in den Streit­jah­ren ermit­tel­ten Ein­künf­te aus der Immo­bi­lie nicht. Das Finanz­ge­richt (FG) gab der Kla­ge in die­sem Punkt teil­wei­se statt. Es ging zwar auch davon aus, dass der Klä­ger sei­ne Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht schon 2003 auf­ge­ge­ben habe; unbe­scha­det des­sen sei­en die in den Streit­jah­ren vom Klä­ger gezahl­ten „nach­träg­li­chen Schuld­zin­sen“ aber nach den Grund­sät­zen der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung (BFH Urteil vom 20. Juni 2012 IX R 6710, BSt­Bl II 2013, 275) als Wer­bungs­kos­ten ein­künf­te­min­dernd zu berück­sich­ti­gen.

Der BFH hob die Vor­ent­schei­dung auf und wies die Sache an das FG zurück. Dabei hob er her­vor, dass ein fort­dau­ern­der Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang von sog. „nach­träg­li­chen Schuld­zin­sen“ mit frü­he­ren Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung nicht anzu­neh­men sei, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge zwar ursprüng­lich mit Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht gehan­delt hat, sei­ne Absicht zu einer (wei­te­ren) Ein­künf­te­er­zie­lung jedoch bereits vor der Ver­äu­ße­rung des Immo­bi­li­en­ob­jekts aus ande­ren Grün­den weg­ge­fal­len ist.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
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