(Kiel) Der VIII. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat mit sei­nem Urteil vom 29. April 2014 — VIII R 2313 — ent­schie­den, dass die Anwen­dung des geson­der­ten Steu­er­ta­rifs für Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen gemäß § 32d Abs. 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) in Höhe von 25 % (sog. Abgel­tungs­teu­er­satz) aus­ge­schlos­sen ist bei der Besteue­rung von Kapi­tal­erträ­gen, die ein zu min­des­tens 10 % betei­lig­ter Anteils­eig­ner für die Gewäh­rung eines ver­zins­li­chen Dar­le­hens an die Gesell­schaft erzielt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 20.08.2014.

Der Klä­ger war Allein­ge­sell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer einer GmbH. Er gewähr­te die­ser ein fest­ver­zins­li­ches Dar­le­hen. Das Finanz­amt besteu­er­te die hier­aus erziel­ten Kapi­tal­erträ­ge mit der tarif­li­chen Ein­kom­men­steu­er: Der nied­ri­ge­re Abgel­tungs­teu­er­satz nach § 32d Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b EStG sei nicht anzu­wen­den, weil der Klä­ger zu mehr als 10 % an der GmbH betei­ligt war. Das Finanz­ge­richt (FG) hat die dage­gen erho­be­ne Kla­ge abge­wie­sen.

Der BFH bestä­tig­te die Auf­fas­sung des FG. Der Aus­schluss des Abgel­tungs­teu­er­sat­zes nach § 32d Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b EStG bei Gesell­schaf­ter­fremd­fi­nan­zie­run­gen ver­stößt nicht gegen den Gleich­heits­grund­satz (Art. 3 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes). Die Ungleich­be­hand­lung des Klä­gers im Ver­gleich zu den durch den Abgel­tungs­teu­er­satz begüns­tig­ten Steu­er­pflich­ti­gen fin­det ihre Recht­fer­ti­gung dar­in, dass bei der Finan­zie­rung einer im Inland ansäs­si­gen GmbH kei­ne Gefahr besteht, dass Kapi­tal in das nied­rig besteu­er­te Aus­land ver­la­gert wird. Da durch die Ein­füh­rung des Abgel­tungs­teu­er­sat­zes gera­de sol­che Ver­la­ge­run­gen ver­hin­dert wer­den soll­ten, wür­de durch eine Pri­vi­le­gie­rung der (inlän­di­schen) Gesell­schaf­ter­fremd­fi­nan­zie­rung das gesetz­ge­be­ri­sche Ziel ver­fehlt. Die Anwen­dung des all­ge­mei­nen (höhe­ren) Steu­er­ta­rifs führt nicht zu einer Ungleich­heit, son­dern stellt im Hin­blick auf die Besteue­rung nach der Leis­tungs­fä­hig­keit eine grö­ße­re Gleich­heit her. Die von dem Klä­ger erho­be­nen ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken gegen die Höhe der Betei­li­gungs­gren­ze von 10 % teil­te der BFH nicht.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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