(Kiel) Kapi­tal­ab­fin­dun­gen, die von berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­wer­ken ihren Ver­si­cher­ten gewährt wer­den, sind steu­er­pflich­tig, wenn sie ab dem 1. Janu­ar 2005, dem Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes, dem Steu­er­pflich­ti­gen zuge­flos­sen sind.

Seit­dem wer­den die ein­ma­li­gen Leis­tun­gen eben­so wie die lau­fen­den Ren­ten der berufs­stän­di­schen Ver­sor­gungs­wer­ke mit dem sog. Besteue­rungs­an­teil, der im Jahr 2005 50 % betrug und der jähr­lich ansteigt, der Besteue­rung unter­wor­fen. Vor Inkraft­tre­ten des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes konn­te die Kapi­tal­leis­tung dem­ge­gen­über in den meis­ten Fäl­len steu­er­frei ver­ein­nahmt wer­den.

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat in sei­nem Urteil vom 23. Okto­ber 2013 X R 3/12 ent­schie­den, dass die auf der Neu­re­ge­lung beru­hen­de Steu­er­pflicht dem Sinn und Zweck der neu­ge­re­gel­ten Alters­ein­künf­te­be­steue­rung mit dem Über­gang zur nach­ge­la­ger­ten Besteue­rung ent­spricht und weder den Gleich­heits­satz ver­letzt noch gegen das Rück­wir­kungs­ver­bot ver­stößt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 4.12.2013 zu dem Urteil.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger im März 2009 eine ein­ma­li­ge Kapi­tal­ab­fin­dung in Höhe von 350.000 € von sei­nem Ver­sor­gungs­werk erhal­ten. Die­se wur­de vom Finanz­amt mit dem Besteue­rungs­an­teil von 58 % besteu­ert, wäh­rend der Klä­ger der Auf­fas­sung war, die Abfin­dung sei nicht steu­er­bar.

Das Finanz­ge­richt und auch der BFH sahen dies anders. Die gesetz­li­che Neu­re­ge­lung der Besteue­rung der Alters­ein­künf­te sei aus­drück­lich auch auf ande­re als ledig­lich lau­fen­de Ren­ten­leis­tun­gen, und damit auch auf ein­ma­li­ge Zah­lun­gen, anzu­wen­den, die nach dem 31. Dezem­ber 2004 zuge­flos­sen sei­en. Für eine Ein­schrän­kung die­ser Vor­schrift bestehe kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­che Not­wen­dig­keit. Da aber für den Bereich der Basis­ver­sor­gung ledig­lich Ren­ten­zah­lun­gen typisch sind und die Ver­sor­gungs­wer­ke nur Abfin­dun­gen zah­len dür­fen, die auf vor 2005 bezahl­ten Bei­trä­gen beru­hen, hat der BFH eine aty­pi­sche Zusam­men­bal­lung von Ein­künf­ten bejaht und inso­weit auf die Kapi­tal­leis­tung die Fünf­tel­re­ge­lung gemäß § 34 EStG ange­wen­det.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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