(Kiel)  Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben dem Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) im Wege eines Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chens meh­re­re Fra­gen vor­ge­legt, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen zwei oder meh­re­re an sich unab­hän­gi­ge Unter­neh­men für die Beur­tei­lung, ob es sich um ein klei­nes oder mitt­le­res Unter­neh­men han­delt, als Ein­heit zu betrach­ten sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 6.03.2013 zu sei­nem Beschluss vom 20. Dezem­ber 2012 — III R 3011.

Im Streit­fall begehrt die Klä­ge­rin, eine GmbH, eine erhöh­te Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge gemäß § 2 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 2005. Dies setzt u.a. vor­aus, dass der Betrieb, in den inves­tiert wird, die Merk­ma­le für Kleinst­un­ter­neh­men sowie für klei­ne­re und mitt­le­re Unter­neh­men im Sin­ne der Emp­feh­lung der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on erfüllt (sog. KMU-Emp­feh­lung). Obwohl die Klä­ge­rin für sich betrach­tet die in der KMU-Emp­feh­lung ent­hal­te­nen Schwel­len­wer­te ein­hält, hat ihr das Finanz­amt die erhöh­te Inves­ti­ti­ons­zu­la­ge ver­wehrt, weil es davon aus­geht, die Klä­ge­rin bil­de zusam­men mit einer wei­te­ren GmbH eine wirt­schaft­li­che Ein­heit.

Der Ent­schei­dung durch den EuGH bedarf es, da die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on im Anhang zu ihrer KMU-Emp­feh­lung zwar einer­seits detail­lier­te, an kon­zern­recht­li­chen Ver­flech­tun­gen ori­en­tier­te Anfor­de­run­gen für die Annah­me ver­bun­de­ner Unter­neh­men auf­ge­stellt hat, in ihrer Spruch­pra­xis aber ande­rer­seits bei deren Nicht­vor­lie­gen im Ein­zel­fall an der im Zusam­men­hang mit der nicht so prä­zi­sen Vor­gän­ge­r­emp­feh­lung aus dem Jahr 1996 ent­wi­ckel­ten wirt­schaft­li­chen Gesamt­be­trach­tung fest­hält. Recht­spre­chung des EuGH (oder des Gerichts ers­ter Instanz der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten) exis­tiert bis­lang nur zu der durch die KMU-Emp­feh­lung 2003 abge­lös­ten Vor­gän­ge­r­emp­feh­lung.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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