(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass eine steu­er­be­ra­ten­de Tätig­keit im Ange­stell­ten­ver­hält­nis auch bei Voll­zeit­be­schäf­ti­gung mit dem Beruf des Steu­er­be­ra­ters ver­ein­bar ist und somit der Bestel­lung als Steu­er­be­ra­ter nicht ent­ge­gen­steht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 26.10.2011 zu sei­nem Urteil vom 9. August 2011 — VII R 211.

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall hat­te ein ehe­ma­li­ger Steu­er­be­ra­ter, der inzwi­schen steu­er­be­ra­ten­de Tätig­kei­ten für ein Unter­neh­men im Rah­men eines Ange­stell­ten­ver­hält­nis­ses wahr­nahm (sog. Syn­di­kus-Steu­er­be­ra­ter), sei­ne Wie­der­be­stel­lung als Steu­er­be­ra­ter bean­tragt, was die beklag­te Steu­er­be­ra­ter­kam­mer abge­lehnt hat­te. Auch die hier­ge­gen beim Finanz­ge­richt (FG) erho­be­ne Kla­ge wur­de abge­wie­sen. Das FG mein­te, die Voll­zeit­be­schäf­ti­gung als Syn­di­kus-Steu­er­be­ra­ter wer­de den Klä­ger in sei­ner ihm als selb­stän­di­ger Steu­er­be­ra­ter oblie­gen­den Pflicht zur unab­hän­gi­gen Berufs­aus­übung beein­träch­ti­gen, weil er neben sei­ner Ange­stell­ten­tä­tig­keit den Steu­er­be­ra­ter­be­ruf nicht in nen­nens­wer­tem Umfang, son­dern ledig­lich als “Fei­er­abend­steu­er­be­ra­ter” aus­üben und auf­tre­ten­de Kol­li­sio­nen zwi­schen sei­nem Haupt­be­ruf als Ange­stell­ter und sei­ner Steu­er­be­ra­ter­tä­tig­keit nicht eigen­ver­ant­wort­lich regeln kön­ne.

Die­ser Ansicht folg­te der BFH nicht, so Pas­sau, son­dern ver­pflich­te­te die Steu­er­be­ra­ter­kam­mer, den Klä­ger als Steu­er­be­ra­ter wie­der­zu­be­stel­len.

Eine Tätig­keit als selb­stän­di­ger Steu­er­be­ra­ter in nen­nens­wer­tem Umfang kön­ne nicht gefor­dert wer­den. Eben­so wie der haupt­be­ruf­li­che Steu­er­be­ra­ter an Min­dest­ar­beits­zei­ten nicht gebun­den sei, son­dern den Umfang sei­ner Tätig­keit frei bestim­men dür­fe, kön­ne der neben sei­ner Ange­stell­ten­tä­tig­keit täti­ge Steu­er­be­ra­ter den Umfang die­ser Tätig­keit der ihm für den Neben­be­ruf zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zeit anpas­sen. Mit der 2008 in Kraft getre­te­nen Ände­rung des Steu­er­be­ra­tungs­ge­set­zes habe der Gesetz­ge­ber die Ange­stell­ten­tä­tig­keit als Syn­di­kus-Steu­er­be­ra­ter ohne eine Vor­ga­be zu ihrem Umfang als mit dem Beruf des Steu­er­be­ra­ters ver­ein­bar ange­se­hen, wes­halb die­ser sowohl haupt- als auch neben­be­ruf­lich aus­ge­übt wer­den kön­ne.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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