(Kiel) Der VI. Senat des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) hat mit ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für eine hei­leu­ryth­mi­sche Behand­lung als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen i.S. des § 33 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes zu berück­sich­ti­gen sein kön­nen.

Die medi­zi­ni­sche Indi­ka­ti­on und damit die Zwangs­läu­fig­keit ent­spre­chen­der Auf­wen­dun­gen im Krank­heits­fall kön­ne durch eine Ver­ord­nung eines Arz­tes oder Heil­prak­ti­kers nach­ge­wie­sen wer­den. Ein vor Beginn der Heil­maß­nah­me aus­ge­stell­tes amts­ärzt­li­ches Gut­ach­ten oder eine vor­he­ri­ge ärzt­li­che Beschei­ni­gung eines Medi­zi­ni­schen Diens­tes der Kran­ken­ver­si­che­rung sei ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Finanz­be­hör­den nicht erfor­der­lich.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 18.06.2014 zu sei­nem Urteil vom 26.02.2014, Az. VI R 2713.

Für den Nach­weis der Zwangs­läu­fig­keit von krank­heits­be­ding­ten Auf­wen­dun­gen für Arz­nei-, Heil- und Hilfs­mit­tel genügt es, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge eine Ver­ord­nung eines Arz­tes oder Heil­prak­ti­kers vor­legt (§ 64 Abs. 1 Nr. 1 der Ein­kom­men­steu­er-Durch­füh­rungs­ver­ord­nung –ESt­DV – ). Abwei­chend hier­von muss der Nach­weis der Zwangs­läu­fig­keit in den abschlie­ßend gere­gel­ten Kata­log­fäl­len des § 64 Abs. 1 Nr. 2 ESt­DV durch ein vor Beginn der Heil­maß­nah­me oder dem Erwerb des medi­zi­ni­schen Hilfs­mit­tels aus­ge­stell­tes amts­ärzt­li­ches Gut­ach­ten oder eine vor­he­ri­ge ärzt­li­che Beschei­ni­gung eines Medi­zi­ni­schen Diens­tes der Kran­ken­ver­si­che­rung geführt wer­den. Ein sol­cher qua­li­fi­zier­ter Nach­weis ist bei­spiels­wei­se bei krank­heits­be­ding­ten Auf­wen­dun­gen für wis­sen­schaft­lich nicht aner­kann­te Behand­lungs­me­tho­den, wie z.B. Frisch- und Tro­cken­zel­len­be­hand­lun­gen, Sauer­stoff-, Chelat- und Eigen­blut­the­ra­pie (§ 64 Abs. 1 Nr. 2 Satz 1 Buchst. f ESt­DV), erfor­der­lich.

Nach der Ent­schei­dung des BFH han­delt es sich bei den Behand­lungs­me­tho­den der in § 2 Abs. 1 Satz 2 des Fünf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch (SGB V) auf­ge­führ­ten beson­de­ren The­ra­pie­rich­tun­gen um wis­sen­schaft­lich aner­kann­te Behand­lungs­me­tho­den. Der BFH zählt hier­zu aus­drück­lich die Homöo­pa­thie, Anthro­po­so­phie (mit dem Heil­mit­tel “Hei­leu­ryth­mie”) und Phy­to­the­ra­pie. Dies fol­ge schon aus dem Umstand, dass Behand­lungs­me­tho­den, Arz­nei- und Heil­mit­tel der beson­de­ren The­ra­pie­rich­tun­gen vom Leis­tungs­rah­men der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung nicht ausgeschlos¬sen sei­en. Es genü­ge damit, wenn ledig­lich eine Ver­ord­nung eines Arz­tes oder Heil­prak­ti­kers vor­ge­legt wer­de.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
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