(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für die beruf­li­che Nut­zung der zwei­ten Woh­nung, die sich im Ober­ge­schoss eines aus­schließ­lich von dem Klä­ger und sei­ner Fami­lie genutz­ten Zwei­fa­mi­li­en­hau­ses befin­den, unter die Abzugs­be­schrän­kung für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer fal­len und somit ledig­lich pau­schal in Höhe von 2.400 DM bzw. 1.250 € steu­er­lich zu berück­sich­ti­gen sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 10.04.2013 zu sei­nem Urteil vom 15. Janu­ar 2013 — VIII R 710.

Der Klä­ger erziel­te Ein­künf­te aus selb­stän­di­ger Arbeit als Erfin­der. Für die Erstel­lung von Paten­ten benö­tig­te er zahl­rei­che Unter­la­gen und umfang­rei­che Fach­li­te­ra­tur, sodass er ein aus­schließ­lich beruf­lich genutz­tes Büro unter­hielt. Die­ses befand sich im Ober­ge­schoss des von ihm und sei­ner Fami­lie bewohn­ten Zwei­fa­mi­li­en­hau­ses. Eine direk­te Ver­bin­dung zwi­schen den zum Büro gehö­ren­den Räum­lich­kei­ten im Ober­ge­schoss und dem Wohn­be­reich der Klä­ger im Erd­ge­schoss bestand nicht. Der Zugang zum Ober­ge­schoss war nur über einen sepa­ra­ten Trep­pen­auf­gang mög­lich, der über eine eige­ne Ein­gangs­tür ver­füg­te. Der Klä­ger mach­te in sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung die auf die Büro­räu­me ent­fal­len­den Auf­wen­dun­gen in vol­ler Höhe gel­tend. Das Finanz­amt ließ dage­gen nur die für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer gel­ten­de Pau­scha­le von 2.400 DM zum Abzug zu. Vor Gericht argu­men­tier­te der Klä­ger, das Arbeits­zim­mer sei nicht “häus­lich” und unter­fal­le des­halb nicht der Abzugs­be­schrän­kung. Das Finanz­ge­richt folg­te dem und gab der Kla­ge statt. Auf die Revi­si­on des Finanz­amts hat der BFH das Urteil auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen, so Pas­sau.

Der BFH rech­net das Arbeits­zim­mer noch dem häus­li­chen Bereich zu. Der für die Annah­me der Häus­lich­keit erfor­der­li­che Zusam­men­hang der beruf­lich und pri­vat genutz­ten Räu­me ent­fällt erst, wenn das Arbeits­zim­mer über eine der All­ge­mein­heit zugäng­li­che und auch von ande­ren Per­so­nen genutz­te Ver­kehrs­flä­che zu errei­chen ist. Im vor­lie­gen­den Fall wur­de jedoch das gesam­te Grund­stück und Gebäu­de aus­schließ­lich von dem Klä­ger und sei­ner Fami­lie genutzt, so dass die bau­be­ding­te räum­li­che Tren­nung zwi­schen den beruf­lich und den pri­vat genutz­ten Räu­men nicht so stark aus­ge­prägt war, dass der Zusam­men­hang zur häus­li­chen Sphä­re hin­rei­chend gelöst war.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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