(Kiel) Ein die Grund­er­werb­steu­er aus­lö­sen­der Wech­sel im Gesell­schaf­ter­be­stand ist nicht des­halb aus­ge­schlos­sen, weil ein zunächst aus der Gesell­schaft aus­ge­schie­de­ner Gesell­schaf­ter inner­halb von fünf Jah­ren erneut eine Betei­li­gung an der Gesell­schaft erwirbt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 25.09.2013 zu sei­nem Urteil vom 16. Mai 2013 (II R 311).

Die Ände­rung des Gesell­schaf­ter­be­stan­des einer grund­be­sit­zen­den Per­so­nen­ge­sell­schaft kann Grund­er­werb­steu­er aus­lö­sen. Vor­aus­set­zung hier­für ist, dass 95 v.H. der Antei­le am Ver­mö­gen der Per­so­nen­ge­sell­schaft inner­halb von fünf Jah­ren auf „neue Gesell­schaf­ter” über­ge­hen (§ 1 Abs. 2a des Grund­er­werb­steu­er­ge­set­zes).

Im Streit­fall waren sämt­li­che Antei­le an einer grund­be­sit­zen­den Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts inner­halb von fünf Jah­ren über­tra­gen wor­den. Ein Erwer­ber war zunächst mit sei­nem Anteil von 13 aus der Gesell­schaft aus­ge­schie­den und dann inner­halb von fünf Jah­ren mit einem Anteil von 13 wie­der in die Gesell­schaft ein­ge­tre­ten. Das Finanz­amt (FA) ver­trat die Auf­fas­sung, die­ser Gesell­schaf­ter sei als „neu­er Gesell­schaf­ter” zu behan­deln und setz­te gegen die Gesell­schaft Grund­er­werb­steu­er fest. Das Finanz­ge­richt gab der Kla­ge statt.

Der BFH hat nun die Rechts­auf­fas­sung des FA bestä­tigt. Ein Gesell­schaf­ter ver­liert sei­ne Gesell­schaf­ter­stel­lung, wenn sein Mit­glied­schafts­recht und die ihm anhaf­ten­de Mit­be­rech­ti­gung am Gesell­schafts­ver­mö­gen mit zivil­recht­li­cher Wir­kung auf ein neu­es Mit­glied der Per­so­nen­ge­sell­schaft über­ge­hen. Erwirbt der aus­ge­schie­de­ne Gesell­schaf­ter erneut einen Anteil an die­ser Per­so­nen­ge­sell­schaft, ist er grund­er­werb­steu­er­recht­lich neu­er Gesell­schaf­ter. Das gilt auch, wenn sein Aus­schei­den aus der Per­so­nen­ge­sell­schaft und der Wie­der­ein­tritt inner­halb von fünf Jah­ren erfol­gen. Die Steu­er­pflicht hät­te aller­dings ver­mie­den wer­den kön­nen, wenn die ers­te, zum Aus­schei­den des Gesell­schaf­ters füh­ren­de Anteils­über­tra­gung rück­gän­gig gemacht wor­den wäre. Dar­auf hat der BFH ergän­zend hin­ge­wie­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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