(Kiel) Auch bei gemein­sam zur Ein­kom­men­steu­er ver­an­lag­ten Ehe­gat­ten kann jeder Ehe­gat­te nach­träg­lich die Auf­tei­lung der gemein­sa­men Steu­er­schuld bean­tra­gen. Dage­gen kann der ande­re Ehe­gat­te sich nicht weh­ren, wie sich aus einer Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg ergibt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf das am 13.10.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg (FG) vom 16. Sep­tem­ber 2009 — Az.: 7 K 745306 B.

Ehe­gat­ten wer­den regel­mä­ßig zusam­men zur Ein­kom­men­steu­er ver­an­lagt; die Steu­er­schuld schul­den sie dann als Gesamt­schuld­ner, d.h. wenn es zu einer Nach­zah­lung kommt, kann jeder für die vol­le Sum­me in Anspruch genom­men wer­den. Gleich­wohl kann jeder Ehe­gat­te nach­träg­lich die Auf­tei­lung der gemein­sa­men Steu­er­schuld bean­tra­gen. Dann wird berech­net, inwie­weit die gemein­sa­me Steu­er­schuld der Ehe­gat­ten auf die ein­zel­nen Ehe­part­ner ent­fällt. Sodann wer­den zwei getrenn­te Schuld­be­trä­ge ermit­telt, so dass jeder der Ehe­gat­ten nur noch „sei­nen” Teil zu zah­len hat.

Dage­gen kann der ande­re Ehe­gat­te sich nicht weh­ren, wie sich nun aus der soeben ver­öf­fent­lich­ten Ent­schei­dung des FG Ber­lin-Bran­den­burg ergibt, betont Pas­sau.

In dem ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Ehe­mann, der stets deut­lich weni­ger ver­dient hat­te als sei­ne Ehe­frau und von die­ser finan­zi­ell unter­stützt wor­den war, einen sol­chen Auf­tei­lungs­an­trag gestellt. Die — mitt­ler­wei­le von ihrem Mann geschie­de­ne — Ehe­frau wand­te sich dage­gen mit dem Argu­ment, die Auf­tei­lung der Steu­er­schuld stel­le für sie eine Schi­ka­ne dar. Eben­so wie ein Antrag auf getrenn­te Ver­an­la­gung unwirk­sam sei, wenn ein Ehe­gat­te kei­ne oder nur gerin­ge eige­ne Ein­künf­te habe, dür­fe in einer sol­chen Situa­ti­on auch nach­träg­lich einem Antrag auf Auf­tei­lung der Steu­er­schuld nicht statt­ge­ge­ben wer­den. Der gerin­ger ver­die­nen­de Ehe­gat­te müs­se sich viel­mehr an der Zusam­men­ver­an­la­gung fest­hal­ten las­sen.

Dem, so Pas­sau, folg­ten die Rich­ter nicht; sie sahen ein berech­tig­tes Inter­es­se des Ehe­man­nes an dem Antrag auf Auf­tei­lung der Steu­er­schuld als gege­ben an, da er danach erheb­li­che Steu­er­erstat­tun­gen erhielt. Die Ehe­frau hat­te dem­ge­gen­über eine wesent­lich höhe­re Nach­zah­lung zu leis­ten, als dies zunächst der Fall gewe­sen war. Hät­te die Ehe­frau die ursprüng­li­che gerin­ge­re Nach­zah­lung sogleich frist­ge­recht geleis­tet, wäre eine Auf­tei­lung der Steu­er­schuld nicht mehr in Betracht gekom­men — der Ex-Ehe­mann hät­te dann kei­ne Steu­er­erstat­tung mehr erlan­gen kön­nen.

Das Finanz­ge­richt hat die Revi­si­on zuge­las­sen, so dass in letz­ter Instanz der Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen zu ent­schei­den haben könn­te.

Pas­sau emp­fahl jedoch, die­se Grund­sät­ze zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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