(Kiel) Das Finanz­ge­richt (FG) Rhein­land-Pfalz hat sich soeben zu dem Pro­blem geäu­ßert, ob Gerichts­kos­ten ange­for­dert wer­den kön­nen, wenn das Ver­fah­ren wegen Ein­le­gung der Revi­si­on noch nicht been­det ist.

Die Beson­der­heit der Ent­schei­dung dürf­te dar­in zu sehen sei, dass — soweit von hier aus ersicht­lich — bis­her kei­ne grund­le­gen­de Ent­schei­dung zu die­sem Pro­blem­kreis ergan­gen ist und es hin­sicht­lich der Fra­ge, wann Kos­ten­rech­nun­gen zu erstel­len sind, kei­ne ein­heit­li­che Hand­ha­bung der Finanz­ge­rich­te gibt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Rhein­land-Pfalz vom 24.1ß.2012 zu sei­nem Beschluss vom 15 Okto­ber 2012 zum Kos­ten­recht (Az.: 6 Ko 232712).

Im Streit­fall wur­de die Kla­ge der Antrag­stel­le­rin (A) mit Urteil vom Janu­ar 2012 abge­wie­sen. Mitt­ler­wei­le hat die A Revi­si­on ein­ge­legt, über die noch nicht ent­schie­den ist. Mit Senats­be­schluss vom Juni 2012 wur­de der Streit­wert auf rd. 275.000.- € fest­ge­setzt. Auf der Grund­la­ge die­ses Streit­wer­tes wur­de dann mit der Kos­ten­rech­nung vom Juli 2012 ein Betrag von rd. 8.000.- € bei der A ange­for­dert.

Im Erin­ne­rungs­ver­fah­ren trug die A u.a. vor, dass nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) die Gerichts­kos­ten erst mit einer unbe­ding­ten Kos­ten­ent­schei­dung fäl­lig wür­den. Das ein­ge­leg­te Rechts­mit­tel der Revi­si­on ver­hin­de­re die Rechts­kraft des Urteils und ste­he somit der Fäl­lig­keit der mit der Kos­ten­rech­nung gel­tend gemach­ten Gerichts­kos­ten ent­ge­gen.

Die­ser Ansicht ver­moch­te sich das FG Rhein­land-Pfalz nicht anzu­schlie­ßen, so Pas­sau, und wies die Erin­ne­rung gegen den Kos­ten­an­satz mit Beschluss vom 15. Okto­ber 2012 zurück.

Es führ­te u.a. aus, nach der grund­le­gen­den Vor­schrift des Gerichts­kos­ten­ge­setz­tes (§ 6 GKG) wer­de die Ver­fah­rens­ge­bühr bereits mit der Ein­rei­chung der Kla­ge­schrift — sogleich und in vol­ler Höhe — fäl­lig. Soweit sich die A auf eine ande­re Vor­schrift des GKG (§ 9, Fäl­lig­keit der Gebüh­ren in sons­ti­gen Fäl­len, Fäl­lig­keit der Aus­la­gen) bezie­he, tref­fe das nicht den Streit­fall. Die von der A inso­weit her­an­ge­zo­ge­ne älte­re Recht­spre­chung des BFH sei nach Ansicht des ent­schei­den­den Senats zur Aus­le­gung der nun­mehr maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten nicht her­an­zu­zie­hen, denn sie bezie­he sich auf eine frü­he­re Geset­zes­fas­sung (§ 63 Abs. 1 GKG aF).

Gegen die Ent­schei­dung des FG ist ein Rechts­mit­tel nicht gege­ben.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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