(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 30. März 2011, Az.: I R 6110, ent­schie­den, dass die gesetz­li­che Gebüh­ren­pflicht für die Bear­bei­tung von Anträ­gen auf ver­bind­li­che Aus­künf­te durch die Finanz­äm­ter (sog. Aus­kunfts­ge­büh­ren) nicht gegen das Grund­ge­setz ver­stößt.

In einem ande­ren Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes hat der BFH es mit Beschluss vom 30. März 2011, Az.: I B 13610, als nicht ernst­lich zwei­fel­haft ange­se­hen, dass die Aus­kunfts­ge­bühr auch ver­fas­sungs­ge­mäß ist, wenn sie im Ein­zel­fall beson­ders hoch aus­fällt (im Streit­fall: 91.456 €) und soweit ihre Höhe sich nach der vom Finanz­amt für die Bear­bei­tung des Antrags auf­ge­wen­de­ten Zeit rich­tet.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 04. Mai 2011.

Das Ver­fah­ren zur Ertei­lung ver­bind­li­cher Aus­künf­te über die steu­er­li­che Beur­tei­lung noch nicht ver­wirk­lich­ter Sach­ver­hal­te wur­de im Jahr 2006 in § 89 der Abga­ben­ord­nung erst­mals gesetz­lich gere­gelt. Für die Bear­bei­tung ent­spre­chen­der Aus­kunfts­an­trä­ge wer­den seit­dem Gebüh­ren erho­ben, die sich nach dem Wert berech­nen, den die ver­bind­li­che Aus­kunft für den Antrag­stel­ler hat; die Gebüh­ren für die­sen Gegen­stands­wert bestim­men sich nach den ent­spre­chen­den Gerichts­kos­ten. Ersatz­wei­se wird eine Zeit­ge­bühr von 50 € je ange­fan­ge­ne Stun­de ange­setzt.

Die neu geschaf­fe­ne Aus­kunfts­ge­bühr sah sich von vorn­her­ein beträcht­li­chen rechts­po­li­ti­schen, aber auch ver­fas­sungs­recht­li­chen Zwei­feln aus­ge­setzt: Das Steu­er­recht sei der­art kom­pli­ziert, dass die Finanz­ver­wal­tung gehal­ten sei, gebüh­ren­frei über ein­schlä­gi­ge Anfra­gen der Steu­er­pflich­ti­gen Aus­kunft zu ertei­len. Die­se ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken hält der BFH im Ergeb­nis nicht für durch­schla­gend, so Pas­sau. Mit den Aus­künf­ten sei­en für die Steu­er­pflich­ti­gen beson­de­re Vor­tei­le bereits im Vor­feld von Steu­er­ge­stal­tun­gen ver­bun­den; die Finanz­ver­wal­tung sei nicht ver­pflich­tet, sol­che Vor­tei­le ohne Gegen­leis­tung zur Ver­fü­gung zu stel­len. Die vom BFH kon­kret ent­schie­de­nen Fäl­le betra­fen Aus­künf­te über die steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen geplan­ter Umstruk­tu­rie­run­gen von Unter­neh­men.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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