(Kiel) Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts, das die andau­ern­de Erhe­bung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags für ver­fas­sungs­wid­rig gehal­ten und ein ent­spre­chen­des Kla­ge­ver­fah­ren dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt (BVerfG) vor­ge­legt hat, hält der 1. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter den Soli­da­ri­täts­zu­schlag für das Jahr 2007 für ver­fas­sungs­ge­mäß.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. unter Hin­weis auf das am 09.12.2009 bekannt­ge­ge­be­ne Urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter (FG) vom 8. Dezem­ber 2009, 1 K 407708 E.

Der Senat teilt damit nicht die Auf­fas­sung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts, das dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt jüngst die Fra­ge der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des Soli­da­ri­täts­zu­schla­ges für das Jahr 2007 vor­ge­legt hat, betont Pas­sau.

Es sei — so der Senat in sei­ner münd­li­chen Urteils­be­grün­dung — höchst­rich­ter­lich geklärt, dass eine Ergän­zungs­ab­ga­be im Sin­ne des Art. 106 Abs. 1 Nr. 6 GG nicht nur befris­tet erho­ben wer­den dür­fe; die Erhe­bung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags sei unter die­sem Gesichts­punkt nicht zu bean­stan­den.

Zudem kön­ne nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Bedarf für die Erhe­bung des Soli­da­ri­täts­zu­schla­ges im Jahr 2007 gedeckt gewe­sen sei. Die im sog. Soli­dar­pakt II vor­ge­se­he­ne Absen­kung der Ergän­zungs­zu­wei­sun­gen an die Län­der Ber­lin, Bran­den­burg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Sach­sen, Sach­sen-Anhalt und Thü­rin­gen bestä­ti­ge, dass die Kos­ten der deut­schen Ein­heit, die tra­gen­des Motiv des Gesetz­ge­bers zur Ein­füh­rung des Soli­da­ri­täts­zu­schla­ges gewe­sen sei­en, als begrenzt ein­ge­schätzt wür­den. Ihre Deckung kön­ne, auch wenn der Zeit­raum als lang­fris­tig zu bezeich­nen sei, durch die Erhe­bung der Ergän­zungs­ab­ga­be erfol­gen.

Der Senat hat die Revi­si­on zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, den wei­te­ren Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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