Kon­takt

DUV Deutscher Unternehmens- steuer Verband e.V.
Walkerdamm 1
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 974 3010
Telefax: 0431 - 974 3055

Mail schreiben
Internet-Adresse:
www.duv-verband.de

 
 

Finanz­ge­richt Müns­ter: Vol­ler Fahrt­kos­ten­ab­zug für „flie­gen­des“ Per­so­nal!

 

(Kiel) Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat soeben ent­schie­den, dass bei einer Flug­be­glei­te­rin der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Ein­satz­flug­ha­fen nicht auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le von 0,30 EUR pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter begrenzt ist, son­dern Wer­bungs­kos­ten in Höhe der tat­säch­li­chen Fahrt­kos­ten zu berück­sich­ti­gen sind.

Die Ent­schei­dung dürf­te — unge­ach­tet der ab 2014 gel­ten­den gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung des Rei­se­kos­ten­rechts — für eine Viel­zahl von Steu­er­pflich­ti­gen rele­vant sein.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter vom 1.08.2013 zu sei­nem Urteil vom 2. Juli 2013 (11 K 452711 E).

Die Klä­ge­rin war als Kabi­nen­che­fin für eine Flug­ge­sell­schaft tätig. Sie hat­te in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2010 für die Fahr­ten von ihrem Wohn­ort zum Ein­satz­flug­ha­fen in Frank­furt Wer­bungs­kos­ten in Höhe der sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le gel­tend gemacht. Außer­dem hat­te sie den Abzug von Auf­wen­dun­gen für ihr häus­li­ches Arbeits­zim­mer begehrt. Das Finanz­amt erkann­te die Fahrt­kos­ten, nicht aber die Auf­wen­dun­gen für das Arbeits­zim­mer an. Im Lau­fe des finanz­ge­richt­li­chen Kla­ge­ver­fah­rens, das die Klä­ge­rin zunächst allein wegen des strei­ti­gen Arbeits­zim­mers ange­strengt hat­te, bean­trag­te sie die Berück­sich­ti­gung von Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter. Sie war der Mei­nung, dass ihr — fol­ge man der neu­es­ten, geän­der­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes — der vol­le Fahrt­kos­ten­ab­zug zuste­he, weil sie kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te habe.

Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter gab der Klä­ge­rin Recht — sowohl in Bezug auf die Fahrt­kos­ten als auch die Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer. Der Senat stell­te klar, dass die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Beschrän­kung des Wer­bungs­kos­ten­ab­zu­ges auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) ledig­lich Fahr­ten zwi­schen Wohn­ort und „regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te” erfas­se. „Regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te” sei nach der aktu­el­len Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes jedoch nur noch der orts­ge­bun­de­ne Mit­tel­punkt der dau­er­haft ange­leg­ten beruf­li­chen Tätig­keit des Arbeit­neh­mers. Es genü­ge nicht mehr, dass der Arbeit­neh­mer den Betrieb sei­nes Arbeit­ge­bers mit einer gewis­sen Nach­hal­tig­keit auf­su­che. Erfor­der­lich sei viel­mehr auch, dass der qua­li­ta­ti­ve Schwer­punkt der Tätig­keit des Arbeit­neh­mers dort lie­ge. Die Klä­ge­rin sei jedoch schwer­punkt­mä­ßig nicht im Flug­ha­fen in Frank­furt, son­dern im Flug­zeug tätig. Sie übe somit eine sog. Aus­wärts­tä­tig­keit aus und kön­ne daher Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter in Abzug brin­gen.

Erfolg­reich war die Klä­ge­rin auch in Bezug auf die Kos­ten für das häus­li­che Arbeits­zim­mer in Höhe von 1.250 EUR. Die­se hat­te das Finanz­amt nicht aner­kannt, weil die Klä­ge­rin nicht nach­ge­wie­sen habe, dass ihr kein „ande­rer Arbeits­platz” im Sin­ne des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG zur Ver­fü­gung ste­he. Auch dies sah der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter anders. Er war davon über­zeugt, dass der Klä­ge­rin kein „ande­rer Arbeits­platz” für die von ihr zu erle­di­gen­den Arbei­ten zur Ver­fü­gung gestan­den habe. Ins­be­son­de­re der im Rah­men der Flug­vor­be­rei­tung genutz­te, ledig­lich mit all­ge­mei­nen Sitz­ge­le­gen­hei­ten und einem klei­nen fahr­ba­ren Tisch aus­ge­stat­te­te sog. Brie­fing-Raum sei kein „ande­rer Arbeits­platz”.

Das Gericht hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung: 

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de

 
 
 
 

Kon­takt

DUV Deutscher Unternehmens- steuer Verband e.V.
Walkerdamm 1
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 974 3010
Telefax: 0431 - 974 3055

Mail schreiben
Internet-Adresse:
www.duv-verband.de

 
 

Finanz­ge­richt Müns­ter: Vol­ler Fahrt­kos­ten­ab­zug für „flie­gen­des“ Per­so­nal!

 

Nor­mal 0 21 fal­se fal­se fal­se DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4

(Kiel) Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat soeben ent­schie­den, dass bei einer Flug­be­glei­te­rin der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Ein­satz­flug­ha­fen nicht auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le von 0,30 EUR pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter begrenzt ist, son­dern Wer­bungs­kos­ten in Höhe der tat­säch­li­chen Fahrt­kos­ten zu berück­sich­ti­gen sind.

Die Ent­schei­dung dürf­te – unge­ach­tet der ab 2014 gel­ten­den gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung des Rei­se­kos­ten­rechts – für eine Viel­zahl von Steu­er­pflich­ti­gen rele­vant sein.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter vom 1.08.2013 zu sei­nem Urteil vom 2. Juli 2013 (11 K 452711 E).

Die Klä­ge­rin war als Kabi­nen­che­fin für eine Flug­ge­sell­schaft tätig. Sie hat­te in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2010 für die Fahr­ten von ihrem Wohn­ort zum Ein­satz­flug­ha­fen in Frank­furt Wer­bungs­kos­ten in Höhe der sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le gel­tend gemacht. Außer­dem hat­te sie den Abzug von Auf­wen­dun­gen für ihr häus­li­ches Arbeits­zim­mer begehrt. Das Finanz­amt erkann­te die Fahrt­kos­ten, nicht aber die Auf­wen­dun­gen für das Arbeits­zim­mer an. Im Lau­fe des finanz­ge­richt­li­chen Kla­ge­ver­fah­rens, das die Klä­ge­rin zunächst allein wegen des strei­ti­gen Arbeits­zim­mers ange­strengt hat­te, bean­trag­te sie die Berück­sich­ti­gung von Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter. Sie war der Mei­nung, dass ihr – fol­ge man der neu­es­ten, geän­der­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes – der vol­le Fahrt­kos­ten­ab­zug zuste­he, weil sie kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te habe.

Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter gab der Klä­ge­rin Recht – sowohl in Bezug auf die Fahrt­kos­ten als auch die Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer. Der Senat stell­te klar, dass die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Beschrän­kung des Wer­bungs­kos­ten­ab­zu­ges auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) ledig­lich Fahr­ten zwi­schen Wohn­ort und „regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te” erfas­se. „Regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te“ sei nach der aktu­el­len Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes jedoch nur noch der orts­ge­bun­de­ne Mit­tel­punkt der dau­er­haft ange­leg­ten beruf­li­chen Tätig­keit des Arbeit­neh­mers. Es genü­ge nicht mehr, dass der Arbeit­neh­mer den Betrieb sei­nes Arbeit­ge­bers mit einer gewis­sen Nach­hal­tig­keit auf­su­che. Erfor­der­lich sei viel­mehr auch, dass der qua­li­ta­ti­ve Schwer­punkt der Tätig­keit des Arbeit­neh­mers dort lie­ge. Die Klä­ge­rin sei jedoch schwer­punkt­mä­ßig nicht im Flug­ha­fen in Frank­furt, son­dern im Flug­zeug tätig. Sie übe somit eine sog. Aus­wärts­tä­tig­keit aus und kön­ne daher Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter in Abzug brin­gen.

Erfolg­reich war die Klä­ge­rin auch in Bezug auf die Kos­ten für das häus­li­che Arbeits­zim­mer in Höhe von 1.250 EUR. Die­se hat­te das Finanz­amt nicht aner­kannt, weil die Klä­ge­rin nicht nach­ge­wie­sen habe, dass ihr kein „ande­rer Arbeits­platz“ im Sin­ne des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG zur Ver­fü­gung ste­he. Auch dies sah der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter anders. Er war davon über­zeugt, dass der Klä­ge­rin kein „ande­rer Arbeits­platz“ für die von ihr zu erle­di­gen­den Arbei­ten zur Ver­fü­gung gestan­den habe. Ins­be­son­de­re der im Rah­men der Flug­vor­be­rei­tung genutz­te, ledig­lich mit all­ge­mei­nen Sitz­ge­le­gen­hei­ten und einem klei­nen fahr­ba­ren Tisch aus­ge­stat­te­te sog. Brie­fing-Raum sei kein „ande­rer Arbeits­platz“.

Das Gericht hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied

Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel

Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email:
info@duv-verband.de
www.duv-verband.de

/* Style Defi­ni­ti­ons */
table.MsoNormalTable
{mso-style-name:“Normale Tabel­le”;
mso-tstyle-rowband-size:0;
mso-tstyle-colband-size:0;
mso-style-noshow:yes;
mso-style-priority:99;
mso-style-qformat:yes;
mso-style-parent:””;
mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;
mso-para-margin:0cm;
mso-para-margin-bottom:.0001pt;
mso-pagination:widow-orphan;
font-size:11.0pt;
font-family:“Calibri”,“sans-serif”;
mso-ascii-font-family:Calibri;
mso-ascii-theme-font:minor-latin;
mso-fareast-font-family:“Times New Roman”;
mso-fareast-theme-font:minor-fareast;
mso-hansi-font-family:Calibri;
mso-hansi-theme-font:minor-latin;
mso-bidi-font-family:“Times New Roman”;
mso-bidi-theme-font:minor-bidi;}

 
 
 
 

Kon­takt

DUV Deutscher Unternehmens- steuer Verband e.V.
Walkerdamm 1
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 974 3010
Telefax: 0431 - 974 3055

Mail schreiben
Internet-Adresse:
www.duv-verband.de

 
 

Finanz­ge­richt Müns­ter: Vol­ler Fahrt­kos­ten­ab­zug für „flie­gen­des“ Per­so­nal!

 

Nor­mal 0 21 fal­se fal­se fal­se DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4

(Kiel) Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat soeben ent­schie­den, dass bei einer Flug­be­glei­te­rin der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Ein­satz­flug­ha­fen nicht auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le von 0,30 EUR pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter begrenzt ist, son­dern Wer­bungs­kos­ten in Höhe der tat­säch­li­chen Fahrt­kos­ten zu berück­sich­ti­gen sind.

Die Ent­schei­dung dürf­te – unge­ach­tet der ab 2014 gel­ten­den gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung des Rei­se­kos­ten­rechts – für eine Viel­zahl von Steu­er­pflich­ti­gen rele­vant sein.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter vom 1.08.2013 zu sei­nem Urteil vom 2. Juli 2013 (11 K 452711 E).

Die Klä­ge­rin war als Kabi­nen­che­fin für eine Flug­ge­sell­schaft tätig. Sie hat­te in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2010 für die Fahr­ten von ihrem Wohn­ort zum Ein­satz­flug­ha­fen in Frank­furt Wer­bungs­kos­ten in Höhe der sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le gel­tend gemacht. Außer­dem hat­te sie den Abzug von Auf­wen­dun­gen für ihr häus­li­ches Arbeits­zim­mer begehrt. Das Finanz­amt erkann­te die Fahrt­kos­ten, nicht aber die Auf­wen­dun­gen für das Arbeits­zim­mer an. Im Lau­fe des finanz­ge­richt­li­chen Kla­ge­ver­fah­rens, das die Klä­ge­rin zunächst allein wegen des strei­ti­gen Arbeits­zim­mers ange­strengt hat­te, bean­trag­te sie die Berück­sich­ti­gung von Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter. Sie war der Mei­nung, dass ihr – fol­ge man der neu­es­ten, geän­der­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes – der vol­le Fahrt­kos­ten­ab­zug zuste­he, weil sie kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te habe.

Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter gab der Klä­ge­rin Recht – sowohl in Bezug auf die Fahrt­kos­ten als auch die Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer. Der Senat stell­te klar, dass die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Beschrän­kung des Wer­bungs­kos­ten­ab­zu­ges auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) ledig­lich Fahr­ten zwi­schen Wohn­ort und „regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te” erfas­se. „Regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te“ sei nach der aktu­el­len Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes jedoch nur noch der orts­ge­bun­de­ne Mit­tel­punkt der dau­er­haft ange­leg­ten beruf­li­chen Tätig­keit des Arbeit­neh­mers. Es genü­ge nicht mehr, dass der Arbeit­neh­mer den Betrieb sei­nes Arbeit­ge­bers mit einer gewis­sen Nach­hal­tig­keit auf­su­che. Erfor­der­lich sei viel­mehr auch, dass der qua­li­ta­ti­ve Schwer­punkt der Tätig­keit des Arbeit­neh­mers dort lie­ge. Die Klä­ge­rin sei jedoch schwer­punkt­mä­ßig nicht im Flug­ha­fen in Frank­furt, son­dern im Flug­zeug tätig. Sie übe somit eine sog. Aus­wärts­tä­tig­keit aus und kön­ne daher Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter in Abzug brin­gen.

Erfolg­reich war die Klä­ge­rin auch in Bezug auf die Kos­ten für das häus­li­che Arbeits­zim­mer in Höhe von 1.250 EUR. Die­se hat­te das Finanz­amt nicht aner­kannt, weil die Klä­ge­rin nicht nach­ge­wie­sen habe, dass ihr kein „ande­rer Arbeits­platz“ im Sin­ne des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG zur Ver­fü­gung ste­he. Auch dies sah der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter anders. Er war davon über­zeugt, dass der Klä­ge­rin kein „ande­rer Arbeits­platz“ für die von ihr zu erle­di­gen­den Arbei­ten zur Ver­fü­gung gestan­den habe. Ins­be­son­de­re der im Rah­men der Flug­vor­be­rei­tung genutz­te, ledig­lich mit all­ge­mei­nen Sitz­ge­le­gen­hei­ten und einem klei­nen fahr­ba­ren Tisch aus­ge­stat­te­te sog. Brie­fing-Raum sei kein „ande­rer Arbeits­platz“.

Das Gericht hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email:
info@duv-verband.de
www.duv-verband.de

/* Style Defi­ni­ti­ons */
table.MsoNormalTable
{mso-style-name:“Normale Tabel­le”;
mso-tstyle-rowband-size:0;
mso-tstyle-colband-size:0;
mso-style-noshow:yes;
mso-style-priority:99;
mso-style-qformat:yes;
mso-style-parent:””;
mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;
mso-para-margin:0cm;
mso-para-margin-bottom:.0001pt;
mso-pagination:widow-orphan;
font-size:11.0pt;
font-family:“Calibri”,“sans-serif”;
mso-ascii-font-family:Calibri;
mso-ascii-theme-font:minor-latin;
mso-fareast-font-family:“Times New Roman”;
mso-fareast-theme-font:minor-fareast;
mso-hansi-font-family:Calibri;
mso-hansi-theme-font:minor-latin;
mso-bidi-font-family:“Times New Roman”;
mso-bidi-theme-font:minor-bidi;}

 
 
 
 

Kon­takt

DUV Deutscher Unternehmens- steuer Verband e.V.
Walkerdamm 1
24103 Kiel
Telefon: 0431 - 974 3010
Telefax: 0431 - 974 3055

Mail schreiben
Internet-Adresse:
www.duv-verband.de

 
 

Finanz­ge­richt Müns­ter: Vol­ler Fahrt­kos­ten­ab­zug für „flie­gen­des“ Per­so­nal!

 

Nor­mal 0 21 fal­se fal­se fal­se DE X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4

(Kiel) Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat soeben ent­schie­den, dass bei einer Flug­be­glei­te­rin der Wer­bungs­kos­ten­ab­zug für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Ein­satz­flug­ha­fen nicht auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le von 0,30 EUR pro Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter begrenzt ist, son­dern Wer­bungs­kos­ten in Höhe der tat­säch­li­chen Fahrt­kos­ten zu berück­sich­ti­gen sind.

Die Ent­schei­dung dürf­te – unge­ach­tet der ab 2014 gel­ten­den gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung des Rei­se­kos­ten­rechts – für eine Viel­zahl von Steu­er­pflich­ti­gen rele­vant sein.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter vom 1.08.2013 zu sei­nem Urteil vom 2. Juli 2013 (11 K 452711 E).

Die Klä­ge­rin war als Kabi­nen­che­fin für eine Flug­ge­sell­schaft tätig. Sie hat­te in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2010 für die Fahr­ten von ihrem Wohn­ort zum Ein­satz­flug­ha­fen in Frank­furt Wer­bungs­kos­ten in Höhe der sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le gel­tend gemacht. Außer­dem hat­te sie den Abzug von Auf­wen­dun­gen für ihr häus­li­ches Arbeits­zim­mer begehrt. Das Finanz­amt erkann­te die Fahrt­kos­ten, nicht aber die Auf­wen­dun­gen für das Arbeits­zim­mer an. Im Lau­fe des finanz­ge­richt­li­chen Kla­ge­ver­fah­rens, das die Klä­ge­rin zunächst allein wegen des strei­ti­gen Arbeits­zim­mers ange­strengt hat­te, bean­trag­te sie die Berück­sich­ti­gung von Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter. Sie war der Mei­nung, dass ihr – fol­ge man der neu­es­ten, geän­der­ten Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes – der vol­le Fahrt­kos­ten­ab­zug zuste­he, weil sie kei­ne regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te habe.

Der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter gab der Klä­ge­rin Recht – sowohl in Bezug auf die Fahrt­kos­ten als auch die Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer. Der Senat stell­te klar, dass die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Beschrän­kung des Wer­bungs­kos­ten­ab­zu­ges auf die sog. Ent­fer­nungs­pau­scha­le (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) ledig­lich Fahr­ten zwi­schen Wohn­ort und „regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te” erfas­se. „Regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te“ sei nach der aktu­el­len Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes jedoch nur noch der orts­ge­bun­de­ne Mit­tel­punkt der dau­er­haft ange­leg­ten beruf­li­chen Tätig­keit des Arbeit­neh­mers. Es genü­ge nicht mehr, dass der Arbeit­neh­mer den Betrieb sei­nes Arbeit­ge­bers mit einer gewis­sen Nach­hal­tig­keit auf­su­che. Erfor­der­lich sei viel­mehr auch, dass der qua­li­ta­ti­ve Schwer­punkt der Tätig­keit des Arbeit­neh­mers dort lie­ge. Die Klä­ge­rin sei jedoch schwer­punkt­mä­ßig nicht im Flug­ha­fen in Frank­furt, son­dern im Flug­zeug tätig. Sie übe somit eine sog. Aus­wärts­tä­tig­keit aus und kön­ne daher Fahrt­kos­ten in Höhe von 0,30 EUR pro tat­säch­lich gefah­re­nem Kilo­me­ter in Abzug brin­gen.

Erfolg­reich war die Klä­ge­rin auch in Bezug auf die Kos­ten für das häus­li­che Arbeits­zim­mer in Höhe von 1.250 EUR. Die­se hat­te das Finanz­amt nicht aner­kannt, weil die Klä­ge­rin nicht nach­ge­wie­sen habe, dass ihr kein „ande­rer Arbeits­platz“ im Sin­ne des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG zur Ver­fü­gung ste­he. Auch dies sah der 11. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter anders. Er war davon über­zeugt, dass der Klä­ge­rin kein „ande­rer Arbeits­platz“ für die von ihr zu erle­di­gen­den Arbei­ten zur Ver­fü­gung gestan­den habe. Ins­be­son­de­re der im Rah­men der Flug­vor­be­rei­tung genutz­te, ledig­lich mit all­ge­mei­nen Sitz­ge­le­gen­hei­ten und einem klei­nen fahr­ba­ren Tisch aus­ge­stat­te­te sog. Brie­fing-Raum sei kein „ande­rer Arbeits­platz“.

Das Gericht hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­ge
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email:
info@duv-verband.de
www.duv-verband.de