(Kiel) Ver­äu­ßert ein Unter­neh­mer einen aus­län­di­schen Betrieb mit Ver­lust, so ist die­ser Ver­lust im Inland in vol­ler Höhe — und nicht etwa nur zu einem Fünf­tel — bei der Ermitt­lung des Ein­kom­men­steu­er­sat­zes in Abzug zu brin­gen.

Das, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  hat der 4. Senat des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter in einem am 03.05.2011 ver­öf­fent­lich­tem Urteil vom 18. März 2011 ent­schie­den, Az. 4 K 347709 E.

Im Streit­fall hat­ten die in Deutsch­land leben­den Klä­ger eine ärzt­li­che Gemein­schafts­pra­xis in der Schweiz eröff­net, die­se aber bereits kur­ze Zeit spä­ter mit Ver­lust wie­der ver­kauft. Das Finanz­amt erkann­te den Ver­lust bei der Fest­set­zung der Ein­kom­men­steu­er im Rah­men der Berech­nung des Steu­er­sat­zes (sog. Pro­gres­si­ons­vor­be­halt) zwar dem Grun­de nach steu­er­min­dernd an, aller­dings unter Hin­weis auf § 32b EStG nur zu einem Fünf­tel.

Der 4. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter folg­te jedoch den Klä­gern, die eine voll­stän­di­ge Aner­ken­nung des Ver­äu­ße­rungs­ver­lus­tes begehr­ten, so Pas­sau.

Das Ein­kom­men­steu­er­ge­setz — so das spiel­au­to­ma­ten Gericht — sehe in § 32b Abs. 2 Nr. 2 einen beschränk­ten Ansatz in Höhe eines Fünf­tels ledig­lich für im Aus­land steu­er­pflich­ti­ge „außer­or­dent­li­che Ein­künf­te” vor. Außer­or­dent­lich in die­sem Sin­ne sei­en nur posi­ti­ve, nicht aber auch nega­ti­ve Ein­künf­te aus der Ver­äu­ße­rung bzw. Auf­ga­be des aus­län­di­schen Betriebs. Die Fünf­tel-Metho­de bezwe­cke — eben­so wie die ent­spre­chen­de Rege­lung in § 34 EStG bei inlän­di­schen Ver­äu­ße­rungs­ge­win­nen — eine Abmil­de­rung von Pro­gres­si­ons­här­ten, die bei einer Betriebs­ver­äu­ße­rung mit Gewinn anfal­len kön­nen. Eine ver­gleich­ba­re Situa­ti­on erge­be sich bei Ver­lus­ten aller­dings nicht.

Der Senat hat nach der Mit­tei­lung des Gerichts vom 03.05.2011 die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de