(Kiel) Der 10. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat ent­schie­den, dass Mak­ler­kos­ten, die im Zusam­men­hang mit dem Ver­kauf eines Hau­ses anfal­len, Wer­bungs­kos­ten bei Ver­mie­tungs­ein­künf­ten sein kön­nen, die der Steu­er­pflich­ti­ge aus ande­ren Objek­ten erzielt.

Dies ist — so der Senat — dann der Fall, wenn und soweit der Ver­äu­ße­rungs­er­lös tat­säch­lich für die Finan­zie­rung der Ver­mie­tungs­ob­jek­te ver­wen­det wird, die­se Ver­wen­dung von vorn­her­ein beab­sich­tigt war und dem­entspre­chend z.B. durch ent­spre­chen­de ver­trag­li­che Bestim­mun­gen im Kauf­ver­trag end­gül­tig fest­ge­legt wird.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter vom 1.07.2013 zu sei­nem Urteil vom 22. Mai 2013 — 10 K 310310 E.

Der Senat hat damit über eine höchst­rich­ter­lich noch unge­klär­te und im Zusam­men­hang mit ande­ren Ein­kunfts­ar­ten vom Bun­des­fi­nanz­hof abwei­chend beur­teil­te Fra­ge ent­schie­den. Die für Steu­er­pflich­ti­ge posi­ti­ve Ent­schei­dung des 10. Sena­tes dürf­te auf brei­tes Inter­es­se sto­ßen und den Inhalt künf­ti­ger Ver­trags­re­ge­lun­gen beein­flus­sen.

Im Streit­fall hat­te der Klä­ger eines sei­ner drei Objek­te, aus denen er Ver­mie­tungs­ein­künf­te erziel­te, ver­kauft und dazu einen Mak­ler beauf­tragt. Die Finan­zie­rung der wei­ter­hin vom Klä­ger ver­mie­te­ten Wohn-/Ge­schäfts­häu­ser war über eine Grund­schuld auf dem ver­äu­ßer­ten Grund­stück abge­si­chert. In dem Ver­trag war fest­ge­legt, dass der Kauf­preis in wesent­li­chen Tei­len zur Til­gung von Dar­le­hen, die der Finan­zie­rung der bei­den ande­ren Ver­mie­tungs­ob­jek­te dien­ten, ver­wen­det und daher direkt an die finan­zie­ren­den Ban­ken über­wie­sen wer­den soll­te. Inso­weit, als der Kauf­preis antei­lig zur Dar­lehns­til­gung ver­wen­det wur­de, sah der Klä­ger den damit zusam­men­hän­gen­den Teil der Mak­ler­kos­ten als Wer­bungs­kos­ten bei den Ver­mie­tungs­ein­künf­ten an. Das Finanz­amt lehn­te einen ent­spre­chen­den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug jedoch ab.

Der 10. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter gab dem Klä­ger Recht, so Pas­sau.

Es sei mög­lich, dass Ver­äu­ße­rungs­kos­ten zugleich als Geld­be­schaf­fungs­kos­ten im Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang mit der Erzie­lung von Ver­mie­tungs­ein­künf­ten durch ein ande­res Wirt­schafts­gut ste­hen kön­nen. Aller­dings sei dies nicht aus­nahms­los der Fall, son­dern nur dann, wenn und soweit der Ver­äu­ße­rungs­er­lös — wie im Streit­fall — tat­säch­lich für die Finan­zie­rung der Ver­mie­tungs­ob­jek­te ver­wen­det wer­de und die­se Ver­wen­dung von vorn­her­ein beab­sich­tigt und im Ver­trag end­gül­tig fest­ge­legt sei.

Der 10. Senat hat die Revi­si­on zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de