(Kiel) Der 12. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat ent­schie­den, dass die Ein­lö­sung von Xetra Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen nicht zu steu­er­ba­ren Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen führt.

Die Rück­ga­be der Inha­ber­schuld­ver­schrei­bung stel­le weder eine Ver­äu­ße­rung im Sin­ne des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG dar, noch han­de­le es sich bei die­ser Schuld­ver­schrei­bung um eine sons­ti­ge Kapi­tal­for­de­rung im Sin­ne des Geset­zes.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts Müns­ter (FG) vom 2.05.2014 zu sei­nem Urteil vom 14. März 2014 (12 K 328413 E).

Der Klä­ger hat­te 2009 Xetra Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen erwor­ben. Bei Xetra Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen han­delt es sich um eine auf Gold­be­stän­de lau­ten­de nenn­wert­lo­se Anlei­he. Sie ist ein bör­sen­ge­han­del­tes Wert­pa­pier, das einen Anspruch auf die Lie­fe­rung von Gold ver­brieft. Jede Xetra Gold Schuld­ver­schrei­bung räumt dem Anle­ger das Recht ein, von der Emit­ten­tin die Lie­fe­rung von einem Gramm Gold zu ver­lan­gen. Die Emit­ten­tin für Xetra Gold Schuld­ver­schrei­bun­gen hält eine ent­spre­chen­de Men­ge Gold in phy­si­scher Form und in begrenz­tem Umfang in Form von Buch­gold­an­sprü­chen vor. Der Klä­ger mach­te im Jahr 2011 drei Mal von sei­nem Anspruch auf Lie­fe­rung von Gold Gebrauch. Sei­ne Bank wer­te­te die Aus­übung der Lie­fer­an­sprü­che — ent­spre­chend der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung — als Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen und wies in der ent­spre­chen­den Erträg­nis­auf­stel­lung steu­er­pflich­ti­ge Erträ­ge in Höhe von rund 211.000 Euro aus. Dies sah der Klä­ger anders. Er ist der Mei­nung, dass ledig­lich die spä­te­re Ver­äu­ße­rung des Gol­des zu einem gem. § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG steu­er­pflich­ti­gen Gewinn füh­re, sofern der Ver­kauf inner­halb der gesetz­li­chen Hal­te­frist von einem Jahr erfol­ge.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter gab dem Klä­ger jetzt Recht, so Pas­sau.

Die Rück­ga­be der Inha­ber­schuld­ver­schrei­bung stel­le kei­ne Ver­äu­ße­rung im Sin­ne des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG dar. Es lie­ge kein Aus­tausch­ver­trag vor, bei dem der eine Ver­trags­teil eine Geld­leis­tung schul­de wäh­rend die ande­re Ver­trags­par­tei eine Pflicht zur Sach­lie­fe­rung bzw. Rechts­über­tra­gung tref­fe. Viel­mehr füh­re die Rück­ga­be der Inha­ber­schuld­ver­schrei­bung zum Unter­gang der Schuld­ver­schrei­bung. Im Gegen­zug wer­de die Emit­ten­tin mit der Aus­lie­fe­rung des Gol­des von ihrer Leis­tungs­ver­pflich­tung befreit. Da die Inha­ber­schuld­ver­schrei­bung nur das Recht auf Lie­fe­rung einer bestimm­ten Men­ge phy­si­schen Gol­des beinhal­te, feh­le es auch an einer Kapi­tal­for­de­rung im Sin­ne des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG. Der 12. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter teilt damit nicht die von der Finanz­ver­wal­tung ver­tre­te­ne Auf­fas­sung zur Behand­lung der Xetra Gold Inha­ber­schuld­ver­schrei­bun­gen.

Der Senat hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel: 0431 – 974 3010
Fax: 0431 – 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de