(Kiel) Der 2. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hat soeben zu den ein­zel­nen Vor­aus­set­zun­gen des Spen­den­ab­zugs an einen aus­län­di­schen Emp­fän­ger Stel­lung genom­men.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Müns­ter vom 15.05.2012 zu sei­nem Urteil vom vom 8. März 2012 (2 K 260809 E).

Im Streit­fall mach­te der Klä­ger Sach­spen­den an ein por­tu­gie­si­sches Senio­ren­heim als Son­der­aus­ga­ben gel­tend. Der Heim­be­trei­ber ist eine juris­ti­sche Per­son, die mit einem rechts­fä­hi­gen Ver­ein ver­gleich­bar ist. Das beklag­te Finanz­amt ver­sag­te den Abzug zunächst mit der Begrün­dung, dass der Spen­den­emp­fän­ger Inlän­der sein müs­se.

Das im ers­ten Rechts­zug ergan­ge­ne Urteil, das die Auf­fas­sung des Finanz­amts bestä­tig­te, hob der Bun­des­fi­nanz­hof auf (Urteil vom 27. Mai 2009, Az. X R 4605), nach­dem der Euro­päi­sche Gerichts­hof die Ver­sa­gung der Spen­de als Ver­stoß gegen die Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit für gemein­schafts­rechts­wid­rig erklärt hat­te (Urteil vom 27. Janu­ar 2009, Az. C-318/07).

Im zwei­ten Rechts­zug hat­te das Finanz­ge­richt Müns­ter nun zu prü­fen, so Pas­sau, ob der Spen­den­emp­fän­ger nach natio­na­lem Recht die Anfor­de­run­gen an eine gemein­nüt­zi­ge Ein­rich­tung erfüllt; es kam zu dem Ergeb­nis, dass dies nicht der Fall sei. Der Betrei­ber des Senio­ren­heims för­de­re nach sei­ner Sat­zung zwar gemein­nüt­zi­ge Zwe­cke. Die Sat­zung ent­hal­te aber kei­ne aus­drück­li­chen Rege­lun­gen zur Mit­tel­ver­wen­dung und auch aus der Aus­le­gung aller Sat­zungs­be­stim­mun­gen sei die erfor­der­li­che Ver­mö­gens­bin­dung nicht erkenn­bar. Über­dies ent­hiel­ten die vom Klä­ger vor­ge­leg­ten Spen­den­be­schei­ni­gun­gen kei­nen Nach­weis dar­über, dass der Emp­fän­ger die Gegen­stän­de zur För­de­rung der gemein­nüt­zi­gen Zwe­cke ver­wen­det habe.

Der Senat hat im Hin­blick auf die Neu­fas­sung des § 10b EStG die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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