(Kiel) Für die Anrech­nung aus­län­di­scher Kör­per­schaft­steu­er ist es nicht aus­rei­chend, wenn eine Bank die anre­chen­ba­re aus­län­di­sche Steu­er ledig­lich aus dem Kör­per­schaft­steu­er­satz ablei­tet und beschei­nigt. Denn hier­aus ergibt sich nicht, dass die Steu­er von dem aus­län­di­schen Unter­neh­men auch tat­säch­lich ent­rich­tet wur­de.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 23.08.2012 in der sog. “Rechts­sa­che Meili­cke” (2 K 224102).

In dem Kla­ge­ver­fah­ren hat­te der 2. Senat des Finanz­ge­richts Köln zwei Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen an den EuGH in Luxem­burg gestellt. Im Rah­men des bis zum Jahr 2000 gel­ten­den Anrech­nungs­ver­fah­rens konn­te nur die Kör­per­schaft­steu­er bei der per­sön­li­chen Ein­kom­men­steu­er des Anteils­eig­ners ange­rech­net wer­den, die auf Divi­den­den einer inlän­di­schen Kapi­tal­ge­sell­schaft ent­fiel. Infol­ge des ers­ten Vor­la­ge­be­schlus­ses hielt der EuGH die­se Beschrän­kung für rechts­wid­rig und schuf damit die Vor­aus­set­zung für die Anrech­nung aus­län­di­scher Kör­per­schaft­steu­er (Urteil in der Rechts­sa­che Meili­cke vom 6. März 2007 C-292/04). Offen blieb hier­bei aller­dings, wel­che for­mel­le Anfor­de­run­gen an den Nach­weis aus­län­di­scher Kör­per­schaft­steu­er zu stel­len sind.

Der 2. Senat hat­te des­halb den Rechts­streit im Hin­blick auf die prak­ti­schen Umset­zungs­fra­gen erneut dem EuGH vor­ge­legt. Im Urteil vom 30. Juni 2011 (C-262/09, Meili­cke II) hat der EuGH hier­zu ent­schie­den, dass die Anrech­nung der aus­län­di­schen Steu­er kei­ne Kör­per­schaft­steu­er­be­schei­ni­gung vor­aus­set­ze, die dem sei­ner­zeit gel­ten­den deut­schen Kör­per­schaft­steu­er­ge­setz ent­spre­che. Aus­rei­chend aber auch erfor­der­lich sei­en inso­weit Bele­ge, die es den Steu­er­be­hör­den erlaub­ten, klar und genau zu über­prü­fen, in wel­cher Höhe die aus­län­di­schen Divi­den­den tat­säch­lich mit aus­län­di­scher Kör­per­schaft­steu­er belas­tet sei­en. Der 2. Senat hat gegen das Urteil die Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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