(Kiel) Ein Arzt kann kei­ne Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer als Son­der­be­triebs­aus­ga­ben gel­tend machen, wenn ihm bei wer­tungs­mä­ßi­ger Betrach­tung ein ande­rer Arbeits­platz inner­halb sei­ner Pra­xis­räu­me zur Ver­fü­gung steht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf den am 01.10.2009 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Finanz­ge­richts Köln (FG) vom 20. August 2009, Az.: 10 K 68106.

In dem Fall war strei­tig, ob Auf­wen­dun­gen eines Arz­tes für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer als Son­der­be­triebs­aus­ga­ben zu berück­sich­ti­gen sind. Im Rah­men einer Betriebs­prü­fung stell­te der Prü­fer stell­te fest, dass alle Behand­lungs­zim­mer auch büro­mä­ßig mit Schreib­ti­schen, Büro­schrän­ken und PCs aus­ge­stat­tet waren. Auch die Abrech­nun­gen mit den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen wur­den unstrei­tig in den Pra­xis­räu­men erle­digt. Nach Ansicht des Prü­fers war zwar in den Behand­lungs­räu­men wäh­rend der ärzt­li­chen Sprech­zei­ten kei­ne Büro­ar­beit mög­lich, außer­halb die­ser Sprech­zei­ten und an den Wochen­en­den bestehe die­se Ein­schrän­kung jedoch nicht.

Das Finanz­amt ver­sag­te daher den Abzug von Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer als Son­der­be­triebs­aus­ga­ben des Klä­gers, woge­gen die­ser Kla­ge erhob. Die­se, so Pas­sau, blieb jedoch nun vor dem FG Köln erfolg­los.

Im Streit­fall bil­de das häus­li­che Arbeits­zim­mer im Wohn­haus des Klä­gers unstrei­tig weder den Mit­tel­punkt sei­ner gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung noch wer­de die beruf­li­che Tätig­keit des Klä­gers zu mehr als 50% in die­sem Raum aus­ge­übt. Des­halb hän­ge die Abzieh­bar­keit von Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer bis zur Höchst­be­trags­gren­ze davon ab, ob dem Klä­ger für sei­ne beruf­li­che Tätig­keit, die er im Rah­men des Arbeits­zim­mers aus­übe, kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung ste­he.

Dies sei jedoch hier der Fall, da dem Klä­ger bei wer­tungs­mä­ßi­ger Betrach­tung ein ande­rer Arbeits­platz inner­halb der Pra­xis­räu­me zur Ver­fü­gung stand. Ein „ande­rer Arbeits­platz” im Sin­ne der Abzugs­be­schrän­kung sei dabei grund­sätz­lich jeder Arbeits­platz, der zur Erle­di­gung büro­mä­ßi­ger Arbei­ten geeig­net ist; wei­te­re Anfor­de­run­gen an sei­ne Beschaf­fen­heit sei­en nicht zu stel­len.

An der recht­li­chen Beur­tei­lung im Streit­fall erge­be sich schließ­lich auch nichts ande­res aus der Anga­be des Klä­gers, nicht er selbst habe das häus­li­che Arbeits­zim­mer für die pra­xis­mä­ßi­gen Ver­wal­tungs­ar­bei­ten genutzt, son­dern sei­ne Ehe­frau im Rah­men einer unent­gelt­li­chen Mit­ar­beit, denn dann feh­le es hier an einem steu­er­lich anzu­er­ken­nen­den  Miet­ver­trag mit dem Arbeit­ge­ber. Ohne ein sol­ches Miet­ver­hält­nis kön­ne die Nut­zung eines häus­li­chen Arbeits­zim­mers nicht als im vor­ran­gi­gen Inter­es­se des Arbeit­ge­bers ange­se­hen wer­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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