(Kiel) “Schein­ge­win­ne” aus einer Betei­li­gung an der Busi­ness Capi­tal Inves­tors Cor­po­ra­ti­on (BCI) müs­sen vor­läu­fig nicht ver­steu­ert wer­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 2.05.2013 zu sei­nem Beschluss vom 10.4.2013 (10 V 21613).

Inner­halb der Recht­spre­chung sei umstrit­ten, ob Gut­schrif­ten im Rah­men von Schnee­ball­sys­te­men zu steu­er­pflich­ti­gen Ein­nah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen füh­ren. Daher dürf­ten ent­spre­chen­de Steu­er­be­schei­de bis auf wei­te­res nicht voll­zo­gen wer­den, so der 10. Senat.

Bei der BCI han­delt es sich um eine ame­ri­ka­ni­sche Akti­en­ge­sell­schaft, deren Unter­neh­mens­ge­gen­stand die Ver­wal­tung des eige­nen Ver­mö­gens ist. Ihre Antei­le wur­den über ein Bera­ter­sys­tem vor allem in Deutsch­land ver­trie­ben. Tau­sen­de von Anle­gern, die an die 100 Mil­lio­nen Euro inves­tiert haben sol­len, wur­den mit Ren­di­ten von 15,5 % gelockt. Die­se Erträ­ge soll­ten erzielt wer­den, indem das ein­ge­sam­mel­te Geld Ban­ken zur Ver­fü­gung gestellt wird. Tat­säch­lich konn­te von den ermit­teln­den Behör­den aber kei­ne ren­di­te­träch­ti­ge Geschäfts­tä­tig­keit der BCI fest­ge­stellt wer­den. Sie gehen davon aus, dass es sich bei der BCI um ein Schnee­ball­sys­tem han­delt und die ver­meint­li­chen Erträ­ge aus neu­an­ge­wor­be­nen Ein­la­gen gezahlt wur­den.

In dem Streit­fall wehr­ten sich Ehe­leu­te, die sich mit 50.000 € an der BCI betei­ligt hat­ten, im Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes gegen die Ver­steue­rung “gut­ge­schrie­be­ner Erträ­ge”, die sie nie erhal­ten haben. Auch ihre Ein­la­ge wur­de ihnen im Wesent­li­chen nicht zurück­ge­zahlt. Das Finanz­amt stütz­te den Steu­er­be­scheid auf die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen (BFH), wonach auch bei einem Schnee­ball­sys­tem Gut­schrif­ten über wie­der­an­ge­leg­te Ren­di­ten bis zu dem Zeit­punkt zu Ein­nah­men aus Kapi­tal­ver­mö­gen füh­ren, an dem das Schnee­ball­sys­tem zusam­men­bricht. Dage­gen hat das Finanz­ge­richt Saar­land ent­schie­den, dass ein Anla­ge­be­trü­ger kein leis­tungs­wil­li­ger und leis­tungs­fä­hi­ger Schuld­ner sei und daher eine Besteue­rung der Schein­ge­win­ne abge­lehnt (1 K 232703). Der 13. Senat des Finanz­ge­richts Köln hat sich in einem BCI-Fall der Auf­fas­sung des BFH ange­schlos­sen und vor­läu­fi­gen Rechts­schutz abge­lehnt (13 V 376312). Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hin­ge­gen hat in einem Par­al­lel­fall unter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des Finanz­ge­richts Saar­land die ange­foch­te­nen Beschei­de von der Voll­zie­hung aus­ge­setzt (7 V 23513 A(E)).

Der 10. Senat des Finanz­ge­richts Köln hat nun­mehr wegen die­ser unkla­ren Rechts­la­ge vor­läu­fi­gen Rechts­schutz gewährt und die Steu­er­be­schei­de von der Voll­zie­hung aus­ge­setzt. Er hat aber zur Klä­rung der Rechts­la­ge und Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung die Beschwer­de zum BFH zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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