(Kiel) Kos­ten eines fehl­ge­schla­ge­nen Ver­suchs, in Bel­gi­en Feri­en­woh­nun­gen zu kau­fen, kön­nen in Deutsch­land steu­er­min­dernd berück­sich­tigt wer­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 17.06.2013 zu sei­nem Urteil vom 13.03.2013 (10 K 206712).

Die Klä­ge­rin, eine deut­sche GmbH, woll­te in Bel­gi­en 21 Feri­en­park-Cha­lets zum Preis von über einer Mil­li­on Euro zur Ver­mie­tung an Feri­en­gäs­te kau­fen. Sie muss­te dafür im Jahr 2006 eine Anzah­lung von 300.000 Euro leis­ten. Die Anzah­lung ver­fiel, als Ende 2006 fest­stand, dass es nicht zu dem beab­sich­tig­ten Kauf kom­men wird. Das Finanz­amt ver­sag­te der GmbH die Berück­sich­ti­gung der ver­lo­re­nen Anzah­lung bei der Fest­set­zung der inlän­di­schen Kör­per­schaft­steu­er. Da die Gewin­ne aus der beab­sich­tig­ten Geschäfts­tä­tig­keit nach dem Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men mit Bel­gi­en in Deutsch­land steu­er­frei gewe­sen wären, ver­trat es die Auf­fas­sung, dass auch die letzt­lich erziel­ten Ver­lus­te bei der deut­schen Besteue­rung nicht berück­sich­tigt wer­den könn­ten. Die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge vor dem Finanz­ge­richt Köln hat­te Erfolg. Der 10. Senat berück­sich­tig­te den Anzah­lungs­be­trag im Jahr 2006 steu­er­min­dernd. Er stütz­te sich dabei auf die Recht­spre­chung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH) zur Berück­sich­ti­gung grenz­über­schrei­ten­der fina­ler Ver­lus­te. Der EuGH habe in sei­nem aktu­el­len Urteil vom 21.2.2013 in der Rechts­sa­che A Oy (C-123/11) im Hin­blick auf die Nie­der­las­sungs­frei­heit noch ein­mal bestä­tigt, dass fina­le Aus­lands­ver­lus­te im Ansäs­sig­keits­staat des (Mutter)Unternehmens berück­sich­tigt wer­den müss­ten. Im Streit­fall sei der Ver­lust defi­ni­tiv und “final” im Jahr 2006 ent­stan­den. Die Klä­ge­rin habe die­sen Ver­lust auch aus tat­säch­li­chen Grün­den nicht in einem ande­ren Jahr in Bel­gi­en berück­sich­ti­gen kön­nen, weil sie weder vor­her dort geschäft­lich tätig gewe­sen sei, noch die Absicht gehabt habe spä­ter dort tätig zu wer­den.

Der Senat hat gegen das Urteil die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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