(Kiel) Wer sei­ne Abwas­ser­an­la­ge mit­tels einer Rohr­lei­tungs­ka­me­ra auf Dicht­heit prü­fen lässt, erhält eine Steu­er­ermä­ßi­gung von 20% der Kos­ten.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 3.06.2013 zu sei­nem Urteil (Az. 14 K 215912).

In dem Ver­fah­ren hat­te ein Haus­ei­gen­tü­mer für die Dicht­heits­prü­fung der Abwas­ser­lei­tung sei­nes pri­vat genutz­ten Wohn­hau­ses 357,36 € gezahlt. Er bean­trag­te hier­für in sei­ner Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung 2010 die steu­er­li­che Begüns­ti­gung für Hand­wer­k­erleis­tun­gen. Das Finanz­amt lehn­te dies mit der Begrün­dung ab, dass die Dicht­heits­prü­fung mit einer Gut­ach­ter­tä­tig­keit ver­gleich­bar sei. Für die­se kom­me nach einem Schrei­ben des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Finan­zen vom 15.02.2010 eine Steu­er­ermä­ßi­gung nicht in Betracht.

Dem folg­te der 14. Senat des Finanz­ge­richts Köln nicht, so Pas­sau, und gewähr­te dem Klä­ger die bean­trag­te Steu­er­ermä­ßi­gung. Die Dicht­heits­prü­fung sei eine kon­kre­te Grund­la­ge für die Sanie­rung der Rohr­lei­tung und damit Teil der Auf­wen­dun­gen für deren Instand­set­zung. Sie sei mit­hin als steu­er­be­güns­tig­te Hand­wer­k­erleis­tung nach § 35a Abs. 3 EStG zu beur­tei­len.

Gegen das Urteil hat das Finanz­amt Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen ein­ge­legt. Das Ver­fah­ren ist unter dem Akten­zei­chen VI R 113 anhän­gig.

Nach § 35a Abs. 3 EStG ver­min­dert sich für die Inan­spruch­nah­me von Hand­wer­k­erleis­tun­gen für Reno­vie­rungs-, Erhal­tungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men die tarif­li­che Ein­kom­men­steu­er auf Antrag um 20 % der Lohn­auf­wen­dun­gen, der­zeit höchs­tens 1.200 €, soweit die Kos­ten nicht ander­wei­tig abzieh­bar sind. Vor­aus­set­zung für die Steu­er­ermä­ßi­gung ist, dass der Steu­er­pflich­ti­ge für die Auf­wen­dun­gen eine Rech­nung erhal­ten hat und die Zah­lung auf das Kon­to des Erbrin­gers der Leis­tung erfolgt ist.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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