(Kiel) Eine Flug­be­glei­te­rin kann auch dann die Kos­ten für eine spä­te­re Berufs­aus­bil­dung unein­ge­schränkt steu­er­lich als Wer­bungs­kos­ten gel­tend machen, wenn sie außer der betriebs­in­ter­nen Schu­lung bei einer Flug­ge­sell­schaft kei­nen staat­lich aner­kann­ten Aus­bil­dungs­be­ruf erlernt hat.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 16.01.2012 zu sei­nem Urteil vom 12.12.2012 — (7 K 314708).

Die Klä­ge­rin absol­vier­te im Anschluss an ihre Tätig­keit als Flug­be­glei­te­rin eine Pilo­ten­aus­bil­dung. Die hier­für ent­stan­de­nen Kos­ten in fünf­stel­li­ger Höhe mach­te sie als vor­weg­ge­nom­me­ne Wer­bungs­kos­ten bei der Ein­kom­men­steu­er gel­tend. Das Finanz­amt berück­sich­tig­te nur einen Betrag in Höhe von 4.000 € als Son­der­aus­ga­ben, weil es sich bei der Aus­bil­dung zur Flug­be­glei­te­rin weder um eine Berufs­aus­bil­dung nach dem Berufs­aus­bil­dungs­ge­setz noch um einen ansons­ten aner­kann­ten Lehr- oder Anlern­be­ruf han­de­le. Die Pilo­ten­aus­bil­dung stel­le daher eine erst­ma­li­ge Berufs­aus­bil­dung im Sin­ne des § 12 Nr. 5 Ein­kom­men­steu­er­ge­setz dar, so dass deren Kos­ten nur ein­ge­schränkt als Son­der­aus­ga­ben berück­sich­tigt wer­den könn­ten.

Der 7. Senat teil­te die­se Auf­fas­sung nicht und gab der Kla­ge statt, so Pas­sau.

Er ist der Ansicht, dass eine erst­ma­li­ge Berufs­aus­bil­dung im Sin­ne die­ser Vor­schrift kei­ne Aus­bil­dung im Rah­men eines öffent­lich-recht­lich geord­ne­ten Aus­bil­dungs­gangs erfor­de­re. Aus­rei­chend sei viel­mehr, dass eine Aus­bil­dung berufs­be­zo­gen sei und eine Grund­vor­aus­set­zung für die geplan­te Berufs­aus­übung dar­stel­le. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sei­en bei der Schu­lung zur Flug­be­glei­te­rin gege­ben. Somit han­de­le es sich bei der Pilo­ten­aus­bil­dung um eine zwei­te Aus­bil­dung, für die kei­ne Abzugs­be­schrän­kung gel­te.

Der Senat hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof in Mün­chen zuge­las­sen. Die­ser hat in einem am 21.12.2011 ver­öf­fent­lich­ten Urteil eine ver­gleich­ba­re Ent­schei­dung getrof­fen. Dort hat­te ein Ret­tungs­sa­ni­tä­ter eben­falls die Kos­ten für eine Pilo­ten­aus­bil­dung steu­er­lich gel­tend gemacht.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung: 

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de