(Kiel) Es bestehen kei­ne ernst­li­chen Zwei­fel dar­an, dass die Finanz­ver­wal­tung ange­kauf­te aus­län­di­sche Bank­da­ten bei der Besteue­rung ver­wen­den darf.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 15.05.2011 zum Beschluss vom 15. Dezem­ber 2010 — Az.: 14 V 248410.

Der Senat stützt sich dabei ins­be­son­de­re auf die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 9. Novem­ber 2010 (2 BvR 210109). Danach sind ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen im Steu­er­straf­ver­fah­ren ver­wert­bar und kön­nen Ermitt­lun­gen der Steu­er­fahn­dung recht­fer­ti­gen. Mit dem vor­lie­gen­den Beschluss wird erst­mals von einem Finanz­ge­richt die Ver­wer­tung ange­kauf­ter aus­län­di­scher Bank­da­ten im Besteue­rungs­ver­fah­ren bestä­tigt.

Im ent­schie­de­nen Fall hat­te das Finanz­amt durch eine von Infor­man­ten ange­kauf­te Steu­er-CD erfah­ren, so Pas­sau, dass der Antrag­stel­ler Geld bei einer Schwei­zer Bank ange­legt hat­te.

Da er in sei­nen Ein­kom­men­steu­er­erklä­run­gen kei­ne aus­län­di­schen Kapi­tal­er­trä­ge erklärt hat­te, schätz­te das Finanz­amt die­se mit 5% des Kon­to­st­an­des von fast 2 Mil­lio­nen CHF. Die vom Antrag­stel­ler begehr­te Aus­set­zung der Voll­zie­hung die­ser Schät­zungs­be­schei­de lehn­te das Finanz­ge­richt ab. Da er auch vor Gericht die unter sei­nem Namen auf der CD auf­ge­führ­ten Kapi­tal­an­la­gen nicht erläu­ter­te und kei­ne Kon­to­un­ter­la­gen vor­leg­te, hat­te der 14. Senat kei­ne ernst­li­chen Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der Schät­zung. Der Senat lehn­te ins­be­son­de­re ein Beweis­ver­wer­tungs­ver­bot hin­sicht­lich der im Aus­land durch die Infor­man­ten rechts­wid­rig erlang­ten Bank­da­ten ab. Ein sol­ches Ver­wer­tungs­ver­bot lie­ge nur bei schwer­wie­gen­den Ein­grif­fen in die Pri­vat­sphä­re oder bei straf­ba­ren Hand­lun­gen der Finanz­be­am­ten vor. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sei­en im Streit­fall nicht erfüllt, weil es sich um Geschäfts­da­ten han­de­le, die nicht vom Finanz­be­am­ten selbst beschafft, son­dern ledig­lich von ihm in Emp­fang genom­men wor­den sei­en.

Hin­ter­grund des Rechts­streits bil­den die seit 2008 bekannt gewor­de­nen Fäl­le, in denen den deut­schen Finanz­be­hör­den, teil­wei­se unter Betei­li­gung des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes, von untreu­en Mit­ar­bei­tern aus­län­di­scher Kre­dit­in­sti­tu­te bzw. Treu­hand­an­stal­ten (vor allem in der Schweiz und in Liech­ten­stein) deren Kun­den­da­ten inklu­si­ve Infor­ma­tio­nen über bis­lang zumeist ver­heim­lich­te Kapi­tal­an­la­gen zum Kauf ange­bo­ten wur­den. Die Aus­wer­tung der Steu­er-CDs dau­ert bei den Finanz­äm­tern nach wie vor an und hat bereits zu einer Wel­le von Selbst­an­zei­gen, aber auch zu einer Viel­zahl straf­recht­li­cher Ermitt­lungs­ver­fah­ren geführt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen und/oder steu­er­straf­recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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