(Kiel)  Die Frist von sechs Mona­ten, die für die Stel­lung eines Antrags auf Mehr­wert­steu­er­erstat­tung in Art. 7 Abs. 1 der Ach­ten Mehr­wert­steu­er­richt­li­nie vor­ge­se­hen ist, ist eine Aus­schluss­frist.

Das hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH) in Luxem­burg am Don­ners­tag, 21.6.2012, in einem Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­ren in der Rechts­sa­che C 29411, Elsa­com, ent­schie­den. Vor­ge­legt wur­de die Rechts­fra­ge von der Cor­te Supre­ma di Cas­sa­zio­ne, dem ita­lie­ni­schen Kas­sa­ti­ons­ge­richts­hof.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 25.06.2012.

Aus­län­di­sche Unter­neh­mer kön­nen die Erstat­tung der ihnen im Inland in Rech­nung gestell­ten Umsatz­steu­er unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen in einem beson­de­ren Ver­fah­ren gel­tend machen. Für die Ver­gü­tung der Vor­steu­er­be­trä­ge in die­sem sog. Vor­steu­er-Ver­gü­tungs­ver­fah­ren ist in Deutsch­land aus­schließ­lich das Bun­des­zen­tral­amt für Steu­ern (BZSt) in Bonn zustän­dig. Kla­gen gegen Ent­schei­dun­gen des BZSt kön­nen nur beim Finanz­ge­richt Köln ein­ge­legt wer­den. Die­ses hat­te daher in der Ver­gan­gen­heit schon mehr­fach über den Cha­rak­ter der Antrags­frist zu ent­schei­den. Dabei kam es, wie auch der EuGH, zu dem Ergeb­nis, dass es sich hier­bei um eine nicht ver­län­ger­ba­re Aus­schluss­frist han­de­le (so z.B. im Urteil vom 14.3.2012 — 2 K 50811).

Auch der­zeit sind zu die­ser Fra­ge wie­der zahl­rei­che Ver­fah­ren beim Finanz­ge­richt Köln anhän­gig. Der Streit knüpft regel­mä­ßig dar­an an, dass inner­halb von sechs Mona­ten nach dem Ablauf des Kalen­der­jah­res, in dem die Vor­steu­er­be­trä­ge ange­fal­len sind, ein voll­stän­dig aus­ge­füll­ter und ord­nungs­ge­mäß unter­schrie­be­ner Antrag sowie die Ori­gi­nal­rech­nun­gen beim BZSt vor­lie­gen müs­sen.

Für Anträ­ge im Vor­steu­er-Ver­gü­tungs­ver­fah­ren gilt ab dem 1.1.2010 nicht mehr die Ach­te Mehr­wert­steu­er­richt­li­nie, son­dern eine neue EU-Richt­li­nie (2008÷9), nach deren Art. 15 Abs. 1 Satz 1 nun­mehr eine um drei Mona­te ver­län­ger­te Antrags­frist von neun Mona­ten gilt.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
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24103 Kiel
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