(Kiel) Der 10. Senat des Finanz­ge­richts Köln hat soeben ent­schie­den, dass ein Pro­mo­ti­ons­ver­mitt­ler die Zah­lun­gen an einen Pro­fes­sor für die Annah­me und Betreu­ung einer Pro­mo­ti­on nicht als Betriebs­aus­ga­ben abzie­hen kann.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 15.12.2011 zu sei­nem Beschluss vom 18.11.2011 — (10 V 243211).

Der Ent­schei­dung des 10. Senats lag ein Fall zugrun­de, bei der eine GmbH gegen erheb­li­che Ent­gel­te Kon­tak­te zwi­schen pro­mo­ti­ons­wil­li­gen Per­so­nen und poten­ti­el­len Dok­tor­vä­tern her­stell­te. Wenn ein Pro­fes­sor einen Pro­mo­ven­den zur Betreu­ung auf­nahm, erhielt er ein Hono­rar. Eine wei­te­re “Gebühr” für den Dok­tor­va­ter wur­de mit dem erfolg­rei­chen Abschluss einer Pro­mo­ti­on fäl­lig. Die GmbH setz­te die­se Ver­mitt­lungs­ho­no­ra­re als Betriebs­aus­ga­ben ab. Nach­dem der Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer der GmbH wegen die­ser Prak­ti­ken in über 60 Fäl­len rechts­kräf­tig wegen Bestechung zu Frei­heits- und Geld­stra­fe ver­ur­teilt wor­den war, erkann­te das Finanz­amt die Ver­mitt­lungs­ge­büh­ren als rechts­wid­ri­ge Vor­teils­zu­wen­dun­gen im Sin­ne des § 4 Abs. 5 Nr. 10 Ein­kom­men­steu­er­ge­setz nicht mehr als Betriebs­aus­ga­ben an. Da die GmbH die dadurch ent­stan­de­nen Mehr­steu­ern von über 100.000 € nicht bezah­len konn­te, nahm das Finanz­amt den Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer der GmbH hier­für in Anspruch.

Hier­ge­gen wand­te sich der Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer mit einer Kla­ge und einem gleich­zei­ti­gen Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz. In dem vor­läu­fi­gen Ver­fah­ren hat der Senat nun­mehr dem Finanz­amt in vol­lem Umfang Recht gege­ben. Er hat­te weder ernst­li­che Zwei­fel an der Kür­zung des Betriebs­aus­ga­ben­ab­zugs noch an der Haf­tung des Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers als Steu­er­hin­ter­zie­her (§ 71 Abga­ben­ord­nung).

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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