(Kiel) Spen­den an im Aus­land ansäs­si­ge gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen sind nur dann steu­er­lich absetz­bar, wenn der Spen­den­emp­fän­ger die deut­schen gemein­nüt­zig­keits­recht­li­chen Vor­ga­ben erfüllt und der Spen­der dies gegen­über dem für ihn zustän­di­gen Finanz­amt durch Vor­la­ge geeig­ne­ter Bele­ge nach­weist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Düs­sel­dorf vom 6.03.2013 zu sei­nem Urteil vom 14.01.2013 (Az. 11 K 243910 E).

Ein Steu­er­pflich­ti­ger hat­te an eine in Spa­ni­en ansäs­si­ge Stif­tung gespen­det und woll­te die Spen­de von der Steu­er abset­zen. Dies ver­sag­te das Finanz­amt, weil ihm kei­ne Unter­la­gen über die Gemein­nüt­zig­keit des aus­län­di­schen Spen­den­emp­fän­gers vor­lä­gen und es daher die Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht prü­fen kön­ne.

Nach Ansicht des Finanz­ge­richts kann eine Spen­de nur dann steu­er­lich gel­tend gemacht wer­den, wenn der Emp­fän­ger nach sei­ner Sat­zung oder sei­nem Stif­tungs­ge­schäft und auf­grund sei­ner tat­säch­li­chen Geschäfts­füh­rung aus­schließ­lich und unmit­tel­bar gemein­nüt­zi­gen, mild­tä­ti­gen oder kirch­li­chen Zwe­cken dient. Im Fall einer Aus­lands­spen­de habe der Spen­der dies gegen­über dem Finanz­amt nach­zu­wei­sen. Als Nach­weis geeig­net sind dabei u.a. die Sat­zung, der Tätig­keits­be­richt oder Auf­zeich­nun­gen über Ver­ein­nah­mung und die Ver­wen­dung der Spen­den­gel­der. Wenn ent­spre­chen­de Nach­wei­se nicht vor­lie­gen, kann die Spen­de nicht steu­er­wirk­sam in Abzug gebracht wer­den. Dass ver­gleich­ba­re Orga­ni­sa­tio­nen im Inland als gemein­nüt­zig aner­kannt sei­en, reicht für den Spen­den­ab­zug nicht aus.

Aus­lands­spen­den steu­er­lich gel­tend zu machen, ist daher schwie­rig,” führt der stell­ver­tre­ten­de Pres­se­spre­cher des Gerichts, Dr. Chris­ti­an Graw, aus. „Der Nach­weis, dass der aus­län­di­sche Spen­den­emp­fän­ger deut­schen Gemein­nüt­zig­keits­stan­dards genügt, ist schwer zu füh­ren. Gera­de bei nied­ri­gen Spen­den­be­trä­gen steht der erfor­der­li­che Auf­wand in kei­nem Ver­hält­nis zur mög­li­chen Steu­er­erspar­nis. Zudem genü­gen aus­län­di­sche Spen­den­be­schei­ni­gun­gen nicht immer den inlän­di­schen Anfor­de­run­gen. Für den Steu­er­pflich­ti­gen ist wei­ter zu beach­ten, dass Spen­den an Orga­ni­sa­tio­nen in Staa­ten, die nicht der Euro­päi­schen Uni­on ange­hö­ren, wie z.B. die Schweiz, vom Spen­den­ab­zug ganz aus­ge­schlos­sen sind.”

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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24103 Kiel
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