(Kiel) Die Tätig­keit als Aus­lands­kor­re­spon­dent unter­liegt in Deutsch­land nicht der Steu­er­pflicht. Dies gilt auch, wenn im Rah­men der jour­na­lis­ti­schen Tätig­keit Rei­sen in angren­zen­de Län­der erfol­gen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Düs­sel­dorf vom 3.05.2013 zu sei­nem Urteil (Az. 10 K 243811 E).

In dem vom Finanz­ge­richt ent­schie­de­nen Fall war eine Jour­na­lis­tin als Aus­lands­kor­re­spon­den­tin in Öster­reich tätig. Zu ihren Auf­ga­ben gehör­te die Bericht­erstat­tung aus Öster­reich und den angren­zen­den Län­dern (u. a. Slo­we­ni­en, Slo­wa­kei, Ungarn und Kroa­ti­en). Die Jour­na­lis­tin arbei­te­te im Büro der Redak­ti­on in Wien, wo sie auch eine Woh­nung unter­hielt. Gleich­zei­tig unter­nahm sie zahl­rei­che Dienst­rei­sen in die angren­zen­den Län­der. Die Ein­künf­te aus der Tätig­keit als Aus­lands­kor­re­spon­den­tin ver­steu­er­te sie in Öster­reich. Das zustän­di­ge Finanz­amt in Deutsch­land unter­warf die Ein­künf­te zunächst in vol­lem Umfang auch der Besteue­rung in Deutsch­land. Nach­dem die Jour­na­lis­tin gegen die­se Hand­ha­bung Ein­spruch ein­leg­te, änder­te das Finanz­amt sei­ne Auf­fas­sung. Nun­mehr besteu­er­te es die Ein­künf­te, soweit die­se auf Tage ent­fal­len waren, an denen Dienst­rei­sen in Län­der außer­halb Öster­reichs erfolgt waren. Denn an die­sen Tagen habe sich die Jour­na­lis­tin nicht in Öster­reich auf­ge­hal­ten, so dass der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land das Besteue­rungs­recht zuste­he.

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat die Ein­künf­te aus der Tätig­keit als Aus­lands­kor­re­spon­den­tin ins­ge­samt als in Deutsch­land steu­er­frei behan­delt, so Pas­sau, und der Kla­ge der Jour­na­lis­tin in vol­lem Umfang statt­ge­ge­ben. Gehäl­ter und Löh­ne sind aus­schließ­lich in dem Staat zu besteu­ern, in dem die Arbeit aus­ge­übt wer­de. Die Tex­te und wei­te­ren jour­na­lis­ti­schen Leis­tun­gen sei­en aus­schließ­lich in Öster­reich erbracht wor­den. Auch wenn Dienst­rei­sen in ande­re Län­der durch­ge­führt wor­den waren, füh­re dies nicht dazu, dass Deutsch­land das Besteue­rungs­recht zuste­he.

Die Tätig­keit als Jour­na­list sei durch eine umfang­rei­che Rei­se- und Recher­che­tä­tig­keit geprägt. Käme es auf Dau­er und Umfang der Aus­lands­rei­sen an, müss­ten allein für die Fra­ge, wo die Ein­künf­te zu ver­steu­ern sei­en, tag­ge­naue Auf­zeich­nun­gen geführt wer­den. Das zwi­schen Deutsch­land und Öster­reich abge­schlos­se­ne Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men wol­le die Zuord­nung des Besteue­rungs­rechts aber mög­lichst ein­fach durch Abstel­len auf einen ein­heit­li­chen Tätig­keits­ort regeln.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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