Fest­set­zungs­ver­jäh­rung steht Anspruch auf Eigen­heim­zu­la­ge für Zweit­woh­nung im EU-Aus­land ent­ge­gen

 

(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat ent­schie­den, dass Inlän­der kei­nen Anspruch auf Eigen­heim­zu­la­ge für ihre in einem EU-Mit­glied­staat bele­ge­ne Zweit­woh­nung haben, wenn für das betref­fen­de Jahr bereits Fest­set­zungs­ver­jäh­rung ein­ge­tre­ten ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. unter Hin­weis auf das am 09.12.2009 bekannt­ge­ge­be­ne Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts (FG) vom 28.10.2009, Az.: 9 K 14609.

Der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH) hat­te mit Urteil vom 17.01.2008 (Az. C-152/05) ent­schie­den, dass § 2 Satz 1 Eig­ZulG (Eigen­heim­zu­la­ge nur für im Inland bele­ge­ne Immo­bi­li­en) mit den gemein­schafts­recht­li­chen Grund­sät­zen der Frei­zü­gig­keit und Nie­der­las­sungs­frei­heit unver­ein­bar ist. Der Fall betraf einen im EU-Aus­land woh­nen­den und in Deutsch­land Ein­künf­te erzie­len­den Bür­ger, der gegen­über im Inland woh­nen­den unbe­schränkt Steu­er­pflich­ti­gen benach­tei­ligt war.

In der Fol­ge hat­te der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Beschluss vom 1.10.2009 (IX B 12409) im Rah­men eines Ver­fah­rens zur Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes recht­li­che Zwei­fel an der Ver­sa­gung der Anspruchs­be­rech­ti­gung für Inlän­der geäu­ßert. Damit stell­te sich jetzt die Fra­ge nach den zeit­li­chen Gren­zen der rück­wir­ken­den Gel­tend­ma­chung der Eigen­heim­zu­la­ge, also der Ver­jäh­rung.

Im Streit­fall, so Pas­sau, begehr­ten die in Deutsch­land woh­nen­den Klä­ger die Eigen­heim­zu­la­ge für ihre Feri­en­im­mo­bi­lie in Spa­ni­en rück­wir­kend für die Jah­re 2001 und 2002.

Der 9. Senat des FG Nie­der­sach­sen hat dies ver­neint und dabei die vor­nehm­lich zum Umsatz­steu­er­recht ent­wi­ckel­ten Rechts­grund­sät­ze des EuGH, BVerfG und BFH zum Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen EU-Recht und natio­na­lem Ver­fah­rens­recht auf den Streit­fall über­tra­gen.

Allein bei Anwen­dung der natio­na­len Vor­schrif­ten über die Fest­set­zungs­ver­jäh­rung kön­ne den gemein­schafts­recht­lich aner­kann­ten all­ge­mei­nen Rechts­grund­sät­zen der Recht­si­cher­heit und des Rechts­frie­dens Rech­nung getra­gen wer­den.

Das FG hat die Revi­si­on zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, das Urteil und einen etwai­gen wei­te­ren Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
DUV Vize­prä­si­dent und
geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied
Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen
Walk­er­damm 1
24103 Kiel
Tel:  0431 — 974 3010
Fax: 0431 — 974 3055
Email: info@duv-verband.de
www.duv-verband.de

 
 
 
 

Fest­set­zungs­ver­jäh­rung steht Anspruch auf Eigen­heim­zu­la­ge für Zweit­woh­nung im EUAus­land ent­ge­gen

 

Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat mit Urteil vom 28.10.2009 (Az. 9 K 14609) ent­schie­den, dass Inlän­der kei­nen Anspruch auf Eigen­heim­zu­la­ge für ihre in einem EU-Mit­glied­staat bele­ge­ne Zweit­woh­nung haben, wenn für…

(duv)  Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt hat mit Urteil vom 28.10.2009 (Az. 9 K 14609) ent­schie­den, dass Inlän­der kei­nen Anspruch auf Eigen­heim­zu­la­ge für ihre in einem EU-Mit­glied­staat bele­ge­ne Zweit­woh­nung haben, wenn für das betref­fen­de Jahr bereits Fest­set­zungs­ver­jäh­rung ein­ge­tre­ten ist.

Hin­ter­grund: Der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH) hat­te mit Urteil vom 17.01.2008 (Az. C-152/05) ent­schie­den, dass § 2 Satz 1 Eig­ZulG (Eigen­heim­zu­la­ge nur für im Inland bele­ge­ne Immo­bi­li­en) mit den gemein­schafts­recht­li­chen Grund­sät­zen der Frei­zü­gig­keit und Nie­der­las­sungs­frei­heit unver­ein­bar ist. Der Fall betraf einen im EU-Aus­land woh­nen­den und in Deutsch­land Ein­künf­te erzie­len­den Bür­ger, der gegen­über im Inland woh­nen­den unbe­schränkt Steu­er­pflich­ti­gen benach­tei­ligt war. In der Fol­ge hat­te der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Beschluss vom 1.10.2009 (IX B 12409) im Rah­men eines Ver­fah­rens zur Gewäh­rung vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes recht­li­che Zwei­fel an der Ver­sa­gung der Anspruchs­be­rech­ti­gung für Inlän­der geäu­ßert. Damit stell­te sich jetzt die Fra­ge nach den zeit­li­chen Gren­zen der rück­wir­ken­den Gel­tend­ma­chung der Eigen­heim­zu­la­ge, also der Ver­jäh­rung.

Im Streit­fall begehr­ten die im Inland woh­nen­den Klä­ger die Eigen­heim­zu­la­ge für ihre Feri­en­im­mo­bi­lie in Spa­ni­en rück­wir­kend für die Jah­re 2001 und 2002.

Der 9. Senat des FG hat dies ver­neint und dabei die vor­nehm­lich zum Umsatz­steu­er­recht ent­wi­ckel­ten Rechts­grund­sät­ze des EuGH, BVerfG und BFH zum Span­nungs­ver­hält­nis zwi­schen EU-Recht und natio­na­lem Ver­fah­rens­recht auf den Streit­fall über­tra­gen.

Allein bei Anwen­dung der natio­na­len Vor­schrif­ten über die Fest­set­zungs­ver­jäh­rung kön­ne den gemein­schafts­recht­lich aner­kann­ten all­ge­mei­nen Rechts­grund­sät­zen der Recht­si­cher­heit und des Rechts­frie­dens Rech­nung getra­gen wer­den.

Das FG hat die Revi­si­on zuge­las­sen.

Infor­ma­tio­nen:

  • Ver­öf­fent­licht: 28.10.2009