(Kiel) Das Finanz­ge­richt (FG) Rhein­land-Pfalz hat soeben ent­schie­den, dass eine Tan­te unter bestimm­ten Umstän­den Steu­er­rück­stän­de ihres Nef­fen und des­sen Ehe­frau beglei­chen muss.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Rhein­land-Pfalz vom 24.01.2013 zu sei­nem Urteil vom 22. Novem­ber 2012 (Az.: 5 K 118612).

In dem ent­schie­de­nen Fall wehr­te sich die Klä­ge­rin gegen sog. Dul­dungs­be­schei­de des Finanz­am­tes, mit denen sie für Steu­er­rück­stän­de ihres Nef­fen und des­sen Ehe­frau in Anspruch genom­men wur­de. Die Klä­ge­rin hat­te sich über vie­le Jah­re bemüht, ihrem Nef­fen und des­sen Ehe­frau, die bei­de als selb­stän­di­ge Han­dels­ver­tre­ter tätig waren, im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten finan­zi­ell zu hel­fen. Den­noch gerie­ten die finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se des Nef­fen und sei­ner Ehe­frau immer mehr in Schief­la­ge. 

Dem Finanz­amt schul­de­ten sie zuletzt fast 300.000 € und sie konn­ten wegen nega­ti­ver Schufa-Ein­trä­ge kein eige­nes Kon­to mehr eröff­nen. Dar­auf­hin eröff­ne­te die Klä­ge­rin bei der A-Bank ein Kon­to auf ihren Namen und erteil­te ihrem Nef­fen unbe­schränk­te Ver­fü­gungs­voll­macht. Der Nef­fe und sei­ne Ehe­frau wie­sen ihre Auf­trag­ge­ber an, Pro­vi­sio­nen und Hono­ra­re auf die­ses Kon­to zu über­wei­sen. 

Da Voll­stre­ckungs­ver­su­che des Finanz­am­tes erfolg­los blie­ben, teil­te das Finanz­amt der Klä­ge­rin mit, dass es sich bei den Anwei­sun­gen ihres Nef­fen und des­sen Ehe­frau an die Schuld­ner, auf das Kon­to der Klä­ge­rin zu zah­len, um anfecht­ba­re Rechts­hand­lun­gen hand­le und dass das Finanz­amt beab­sich­ti­ge, die­se Rechts­hand­lun­gen anzu­fech­ten. Da näm­lich die For­de­run­gen des Nef­fen und sei­ner Ehe­frau gegen ihre Auf­trag­ge­ber mit der Zah­lung der Auf­trag­ge­ber auf das Kon­to der Klä­ge­rin erlo­schen waren, konn­te das Finanz­amt die­se For­de­run­gen nicht mehr pfän­den. 

Die Klä­ge­rin eröff­ne­te sodann bei einer ande­ren Bank (B-Bank) erneut ein Kon­to auf ihren Namen mit Ver­fü­gungs­voll­macht für ihren Nef­fen. Das Kon­to bei der A-Bank lös­te sie wenig spä­ter auf. Dem Kon­to der Klä­ge­rin bei der B-Bank wur­den erneut Zah­lun­gen für ihren Nef­fen bzw. des­sen Ehe­frau (Pro­vi­sio­nen und Lebens­ver­si­che­run­gen) gut­ge­schrie­ben, die der Nef­fe und sei­ne Ehe­frau für ihre Lebens­füh­rung ver­wen­de­ten. 

Das Finanz­amt nahm die Klä­ge­rin — wie ange­kün­digt — in Anspruch (mit sog. Anfech­tungs-und Dul­dungs­be­schei­den) und ver­lang­te von ihr Wert­er­satz. Das Finanz­amt ver­trat die Auf­fas­sung, die Klä­ge­rin habe Kennt­nis davon gehabt, dass ihr Nef­fe bzw. des­sen Ehe­frau in der Absicht gehan­delt hät­ten, die Gläu­bi­ger zu benach­tei­li­gen. 

Ein­spruch und Kla­ge der Klä­ge­rin blie­ben erfolg­los, so Pas­sau. 

Auch das FG ver­trat die Auf­fas­sung, dass es sich bei den Anwei­sun­gen des Nef­fen und sei­ner Ehe­frau an ihre Gläu­bi­ger, Zah­lun­gen auf das Kon­to der Klä­ge­rin zu leis­ten, um anfecht­ba­re Rechts­hand­lun­gen gehan­delt hat. Das FG war auch davon über­zeugt, dass die Klä­ge­rin ihrem Nef­fen und des­sen Ehe­frau wis­sent­lich gehol­fen hat, Ver­mö­gen vor Gläu­bi­gern — ins­be­son­de­re dem Finanz­amt — zu schüt­zen.

Die Revi­si­on wur­de nicht zuge­las­sen, das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies. 

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Jörg Pas­sau
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