(Kiel) Eine Erben­ge­mein­schaft kann selb­stän­di­ger Rechts­trä­ger im Sin­ne des Grund­er­werb­steu­er­rech­tes sein.

Dar­auf ver­weist Fach­an­walt für Erb-, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler aus der Nürn­ber­ger Kanz­lei Mein­hardt, Gie­se­ler & Part­ner, Prä­si­dent des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 23.04.2013 zu sei­nem Urteil vom 12. Febru­ar 2014 — II R 4612.

Im Streit­fall ging es nicht um den Erwerb eines Grund­stücks, son­dern um die Erfül­lung eines der im Grund­er­werb­steu­er­recht geson­dert gere­gel­ten Ersatz­tat­be­stän­de. § 1 Abs. 3 des Grund­er­werb­steu­er­ge­set­zes (GrEStG) erfasst Rechts­vor­gän­ge auf gesell­schafts­recht­li­cher Ebe­ne, die ihrer wirt­schaft­li­chen Bedeu­tung nach dem Erwerb eines Grund­stücks gleich­ste­hen. Mit dem Erwerb von min­des­tens 95 % der Antei­le an einer grund­be­sit­zen­den Gesell­schaft wird deren Inha­ber so behan­delt, als habe er die zum Ver­mö­gen der Gesell­schaft gehö­ren­den Grund­stü­cke von der Gesell­schaft selbst erwor­ben. Erlangt nun eine Erben­ge­mein­schaft ins­ge­samt mehr als 95 % der Antei­le an einer grund­be­sit­zen­den Gesell­schaft, wird sie nach § 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG grund­er­werb­steu­er­recht­lich eben­so behan­delt, als habe sie das Grund­stück von der Gesell­schaft erwor­ben. Dies kann bei­spiels­wei­se dadurch gesche­hen, dass die Betei­li­gung der Erben­ge­mein­schaft an einer grund­be­sit­zen­den Gesell­schaft durch Hin­zu­er­werb wei­te­rer Antei­le oder durch eine Kapi­tal­erhö­hung auf 95 % oder mehr der Antei­le die­ser Gesell­schaft erhöht wird. Auf die ein­zel­nen Erb­an­tei­le der Mit­er­ben ist dage­gen nicht abzu­stel­len, weil die Erben­ge­mein­schaft als ein­heit­li­cher Rechts­trä­ger anzu­se­hen ist.

Im Streit­fall hat­te eine Erben­ge­mein­schaft im Zuge ver­schie­de­ner gesell­schafts­recht­li­cher Vor­gän­ge alle Antei­le an einer grund­be­sit­zen­den Gesell­schaft erwor­ben und damit den Tat­be­stand von § 1 Abs. 3 GrEStG ver­wirk­licht. Da der gegen die Erben­ge­mein­schaft ergan­ge­ne Steu­er­be­scheid die tat­be­stands­er­fül­len­den Umstän­de nicht genau erfasst hat­te, führ­te die Revi­si­on aller­dings zur Auf­he­bung der Vor­ent­schei­dung und der ange­foch­te­nen Grund­er­werb­steu­er­be­schei­de.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl. dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wozu er u. a. auch auf den DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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