(Kiel) Zahlt ein Steu­er­pflich­ti­ger, der einem Ver­mö­gens­ver­wal­ter Ver­mö­gen zur Anla­ge auf dem Kapi­tal­markt über­lässt, ein geson­der­tes Ent­gelt für die Aus­wahl zwi­schen meh­re­ren Gewinn­stra­te­gi­en des Ver­mö­gens­ver­wal­ters, so ist das Ent­gelt den Anschaf­fungs­kos­ten für den Erwerb der Kapi­tal­an­la­gen zuzu­rech­nen.

Dar­auf ver­weist der der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 17.03.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 28. Okto­ber 2009, Az.: VIII R 2207.

In dem Ver­fah­ren hat­te der Klä­ger bean­tragt, ein sog. Stra­te­gie­ent­gelt als Wer­bungs­kos­ten bei der Ermitt­lung der Ein­künf­te des Klä­gers aus Kapi­tal­ver­mö­gen zu berück­sich­ti­gen. Die­ses Stra­te­gie­ent­gelt hat­te der Klä­ger an eine GmbH gezahlt, mit der er einen Fonds-Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­trag geschlos­sen hat­te. Gegen­stand des Ver­tra­ges war die kon­zep­tio­nel­le, orga­ni­sa­to­ri­sche und buch­hal­te­ri­sche Betreu­ung von Ver­mö­gens­an­la­gen des Klä­gers durch die GmbH auf der Grund­la­ge einer von meh­re­ren Gewinn­stra­te­gi­en, zwi­schen denen der Klä­ger wäh­len konn­te. Der Klä­ger ent­schied sich für eine Kom­bi­na­ti­on aus der Gewinn­stra­te­gie I (Inves­ti­tio­nen zu 100 % in offe­ne Immo­bi­li­en­fonds) und Gewinn­stra­te­gie III (Inves­ti­tio­nen zu maxi­mal 30 % in Akti­en­märk­te).

Auf die­ser Grund­la­ge zahl­te der Klä­ger als anzu­le­gen­den Betrag 160.000 € zu Guns­ten der GmbH an eine Bank, die davon nach Maß­ga­be des Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­ver­tra­ges 3,5 % des Betra­ges (5.600 €) als Stra­te­gie­ent­gelt an die GmbH abzog. Das Finanz­amt lehn­te es ab, das Stra­te­gie­ent­gelt als Wer­bungs­kos­ten zu berück­sich­ti­gen.

Mit sei­ner Kla­ge vor dem Finanz­ge­richt dage­gen hat­te der Klä­ger zunächst Erfolg. Die­ses Urteil wur­de jedoch nun auf­grund der Revi­si­on des Finanz­amts vom Bun­des­fi­nanz­hof auf­ge­ho­ben, betont Pas­sau.

Zu Unrecht habe das Finanz­ge­richt  das Stra­te­gie­ent­gelt des Klä­gers den sofort abzieh­ba­ren Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen i.S. der §§ 9, 20 EStG zuge­ord­net. Die­ser betref­fe viel­mehr den ein­kom­men­steu­er­recht­lich nicht abzieh­ba­ren Auf­wand i.S. des auch im Anwen­dungs­be­reich des § 20 EStG gel­ten­den § 255 des Han­dels­ge­setz­buchs (HGB) für die Anschaf­fung von Kapi­tal­an­la­gen und sei des­halb nicht den sofort abzieh­ba­ren Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen zuzu­rech­nen.

Das Stra­te­gie­ent­gelt sei nicht anders als sons­ti­ge Ent­gel­te für Bera­tungs-, Gut­ach­ten- und Kon­zept­leis­tun­gen im Zusam­men­hang mit dem — bereits grund­sätz­lich beschlos­se­nen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 217, 491) — Erwerb von Wirt­schafts­gü­tern dem im Streit­fall ein­kom­men­steu­er­recht­lich nicht zu berück­sich­ti­gen­den Auf­wand für die Anschaf­fung zuzu­rech­nen.

Pas­sau emp­fahl, das Urteil und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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