(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben sei­ne bis­he­ri­ge Recht­spre­chung bestä­tigt, dass der Betrei­ber eines Block­heiz­kraft­werks im selbst­ge­nutz­ten Ein­fa­mi­li­en­haus umsatz­steu­er­recht­lich Unter­neh­mer ist, wenn er den Strom teil­wei­se, regel­mä­ßig und nicht nur gele­gent­lich gegen Ent­gelt in das all­ge­mei­ne Strom­netz ein­speist.

Der BFH hat nun­mehr ent­schie­den, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 27.02.2013 zu sei­nem Urteil vom 12. Dezem­ber 2012 (XI R 310), dass die Ver­wen­dung der erzeug­ten Ener­gie (Strom und Wär­me) für den eige­nen Bedarf dann als sog. Ent­nah­me der Umsatz­be­steue­rung zu unter­wer­fen ist, wenn — wie im Streit­fall — der Unter­neh­mer die auf den Anschaf­fungs­kos­ten des Block­heiz­kraft­werks ruhen­de Umsatz­steu­er­be­las­tung als Vor­steu­er­ab­zug steu­er­lich gel­tend gemacht hat. Die­se Ent­nah­me­be­steue­rung gilt nach der BFH-Ent­schei­dung indes nicht für die aus tech­ni­schen Grün­den nicht zur Hei­zung nutz­ba­re Abwär­me.

Hin­sicht­lich der Bemes­sungs­grund­la­ge für die Ent­nah­me­be­steue­rung hat der BFH ent­schie­den, dass die für die Strom- und Wär­me­er­zeu­gung mit dem Block­heiz­kraft­werk ange­fal­le­nen sog. Selbst­kos­ten (Her­stel­lungs­kos­ten) nur dann anzu­set­zen sind, wenn ein Ein­kaufs­preis für den Strom bzw. die Wär­me nicht zu ermit­teln ist. Das Finanz­amt hat­te im Streit­fall die (rela­tiv hohen) Selbst­kos­ten als Bemes­sungs­grund­la­ge ange­setzt. Das Finanz­ge­richt (FG) war dem gefolgt.

Der BFH hat auf die Revi­si­on der Klä­ge­rin die Vor­ent­schei­dung auf­ge­ho­ben, so Pas­sau, und die Sache an das FG zur ander­wei­ti­gen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück­ver­wie­sen. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des FG sei auch bei selbst erzeug­ter Ener­gie grund­sätz­lich der (fik­ti­ve) Ein­kaufs­preis maß­ge­bend. Hier­zu müs­se das FG wei­te­re Fest­stel­lun­gen tref­fen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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