(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit drei Urtei­len vom 16. Okto­ber 2013 ent­schie­den, dass unter die Pau­scha­lie­rungs­vor­schrift in § 37b des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) nur Zuwen­dun­gen fal­len, die (beim Emp­fän­ger) ein­kom­men­steu­er­bar und auch dem Grun­de nach ein­kom­men­steu­er­pflich­tig sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 15.01.2014 zu sei­nen Urtei­len vom 16.10.13 (VI R 5211, VI R 5711 und VI R 7812).

Geschen­ke aus betrieb­li­chem Anlass, die ein Unter­neh­men sei­nen Geschäfts­freun­den gewährt, kön­nen bei die­sen zu ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­gen Ein­nah­men füh­ren. Glei­ches gilt für ande­re Leis­tun­gen, die ein Unter­neh­men sei­nen Geschäfts­part­nern oder sei­nen Arbeit­neh­mern zusätz­lich zum ver­trag­lich Ver­ein­bar­ten gewährt. Lädt daher ein Unter­neh­men Geschäfts­freun­de oder Arbeit­neh­mer z.B. auf eine Rei­se ein, ist grund­sätz­lich der Wert die­ser Rei­se sowohl von den Geschäfts­freun­den als auch von den Arbeit­neh­mern als Betriebs­ein­nah­me oder zusätz­li­cher Lohn zu ver­steu­ern. Nach § 37b EStG kann jedoch der Zuwen­den­de die Ein­kom­men­steu­er für die Geschäfts­freun­de oder die Arbeit­neh­mer mit einem Pausch­steu­er­satz von 30 % abgel­tend erhe­ben.

Die bis­her unge­klär­te und von den Finanz­ge­rich­ten auch unter­schied­lich beur­teil­te Fra­ge, ob § 37b EStG vor­aus­setzt, dass die Zuwen­dun­gen oder Geschen­ke dem Emp­fän­ger im Rah­men einer der Ein­kom­men­steu­er unter­lie­gen­den Ein­kunfts­art zuflie­ßen, hat der BFH nun in grund­sätz­li­cher Wei­se bejaht. Er wider­sprach damit zugleich der gegen­tei­li­gen Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung im Wesent­li­chen mit der Begrün­dung, dass § 37b EStG kei­ne eigen­stän­di­ge Ein­kunfts­art begrün­de, son­dern ledig­lich eine beson­de­re pau­scha­lie­ren­de Erhe­bung der Ein­kom­men­steu­er zur Wahl stel­le.

Im ers­ten vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fall (VI R 5711) hat­ten nicht in Deutsch­land ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ge Arbeit­neh­mer Zuwen­dun­gen erhal­ten. Das Finanz­amt (FA) erhob in Anwen­dung des pau­scha­len Steu­er­sat­zes von 30 % (zu Unrecht) den­noch Ein­kom­men­steu­er auf die­se Zuwen­dun­gen. In einem wei­te­ren Streit­fall (VI R 5211) hat­te eine Kapi­tal­ge­sell­schaft ihren Kun­den und Geschäfts­freun­den Geschen­ke zukom­men las­sen. Auch dort hat­te das FA die pau­scha­le Ein­kom­men­steu­er unab­hän­gig davon erho­ben, ob die­se Geschen­ke beim Emp­fän­ger über­haupt ein­kom­men­steu­er­bar und ein­kom­men­steu­er­pflich­tig waren. Im drit­ten Streit­fall (VI R 7812), in dem Arbeit­neh­mer auf Geheiß des Arbeit­ge­bers Geschäfts­freun­de auf einem Regat­t­a­be­gleit­schiff zu betreu­en hat­ten, stell­te der BFH noch­mals klar, dass § 37b EStG nicht den steu­er­recht­li­chen Lohn­be­griff erwei­te­re.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band – www.duv-verband.de – ver­wies.
 

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Jörg Pas­sau
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