(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für eine zwei­te Woh­nung, die wegen eines beruf­lich ver­an­lass­ten Umzugs ent­ste­hen, der Höhe nach unbe­grenzt abzieh­ba­re Wer­bungs­kos­ten sein kön­nen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 28. Sep­tem­ber 2011 zu sei­nem Urteil vom 13. Juli 2011 — VI R 211.

In dem vom BFH ent­schie­de­nen Fall leb­ten die kla­gen­den Ehe­gat­ten gemein­sam in der Stadt X. Wegen eines Arbeits­platz­wech­sels des Ehe­manns mie­te­ten sie in der Stadt Y eine 165qm gro­ße Woh­nung zum 1. Dezem­ber 2007 an. Seit die­sem Tag ging der Ehe­mann sei­ner neu­en Beschäf­ti­gung von der Woh­nung in Y aus nach. Die Ehe­frau und das gemein­sa­me Kind zogen, wie von Anfang an geplant, im Febru­ar 2008 in die neue Woh­nung ein. Die Mie­te für die Woh­nung in Y in den Mona­ten Janu­ar und Febru­ar 2008 mach­te der Ehe­mann in vol­ler Höhe als Wer­bungs­kos­ten gel­tend. Das Finanz­amt erkann­te — unter Hin­weis auf eine dop­pel­te Haus­halts­füh­rung — nur antei­li­ge Kos­ten für 60 qm Wohn­flä­che an.

Der BFH hat nun ent­schie­den, so Pas­sau, dass die Miet­kos­ten für die Woh­nung in Y der Höhe nach unbe­grenzt abzieh­ba­re Wer­bungs­kos­ten sein kön­nen.

Auf­wen­dun­gen für einen beruf­lich ver­an­lass­ten Umzug — um einen sol­chen han­de­le es sich hier — gehör­ten zu den Wer­bungs­kos­ten. Auch dop­pel­te Miet­auf­wen­dun­gen könn­ten durch den Umzug bedingt sein. Aller­dings sei der unbe­grenz­te Wer­bungs­kos­ten­ab­zug der dop­pelt geleis­te­ten Miet­zah­lun­gen zeit­lich auf die Umzugs­pha­se beschränkt. Die­se begin­ne mit der Kün­di­gung der bis­he­ri­gen Fami­li­en­woh­nung und ende mit dem Ablauf der ordent­li­chen Kün­di­gungs­frist. Bis zum tat­säch­li­chen Umzug sei­en die Mie­te der neu­en und danach die der bis­he­ri­gen Fami­li­en­woh­nung als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

 

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Jörg Pas­sau
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