(Kiel) In sei­ner Ent­schei­dung vom 09.12.2008 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt fest­ge­stellt, dass die von dem Gesetz­ge­ber mit Wir­kung vom 01.01.2007 ein­ge­führ­te Rege­lung, nur Auf­wen­dun­gen für Fahr­ten zur Arbeits­stät­te ab dem 21. Kilo­me­ter steu­er­lich anzu­er­ken­nen, wegen Ver­sto­ßes gegen den Gleich­heits­grund­satz gemäß Art. 3 Abs. 1 des Grund­ge­set­zes  ver­fas­sungs­wid­rig ist. (AZ: 2 BvL 107 u. a.)

Damit, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent des DUV — Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. Kiel, hat das höchs­te deut­sche Gericht die viel­fach kri­ti­sier­te Rege­lung der Bun­des­re­gie­rung zur „Kon­so­li­die­rung des Staats­aus­hal­tes“ außer Kraft gesetzt, dass Berufs­pend­ler ihre Fahr­ten zur Arbeits­stät­te bis zu 21 Kilo­me­tern täg­lich steu­er­lich nicht mehr als Wer­bungs­kos­ten anset­zen konn­ten. Mit der Ent­schei­dung wur­de der Gesetz­ge­ber gleich­zei­tig ver­pflich­tet, rück­wir­kend auf den 01.01.2007 die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit durch Umge­stal­tung der Rechts­la­ge zu besei­ti­gen. Bis zur gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung ist die der­zeit gel­ten­de Pau­scha­le von 0,30 € ohne jeg­li­che Beschrän­kung, d. h. ab dem ers­ten Kilo­me­ter, anzu­wen­den.  Als beson­de­ren Sei­ten­hieb auf die Poli­tik wer­tet Pas­sau auch die Begrün­dung des Gerichts, wel­ches in sei­ner Ent­schei­dung aus­drück­lich klar­stell­te, dass Abwei­chun­gen von „steu­er­li­chen Grund­prin­zi­pi­en“ aus Typi­sie­rungs- oder Ver­ein­fa­chungs­er­for­der­nis­sen zwar grund­sätz­lich mög­lich sind, nicht jedoch – wie hier —  zum rein fis­ka­li­schen „Zweck der Ein­nah­me­er­hö­hung“ des Staa­tes. Inso­weit habe das Urteil auch für die Zukunft und auf ande­re Steu­er­ar­ten eine beson­de­re Signal­wir­kung, betont Steu­er­ex­per­te Pas­sau. Aller­dings sei das Urteil in sei­nen Aus­wir­kun­gen auf die zukünf­ti­ge Neu­re­ge­lung der Pend­ler­pau­scha­le noch nicht über­schau­bar, da nicht sicher sei, ob der Gesetz­ge­be es aus fis­ka­li­schen Grün­den auch tat­säch­lich bei der der­zei­ti­gen Reg­lung von 0,30 € je Kilo­me­ter belas­se. Kom­me der Gesetz­ge­ber z. B. bei der nun erfor­der­li­chen Neu­re­ge­lung auf die Idee, den km-Satz von 0,30 € auf 0,20 € zu sen­ken, müss­ten Pend­ler, die auf­grund gro­ße Ent­fer­nung zu ihrem Arbeits­platz in den letz­ten bei­den Jah­ren recht hohe Erstat­tun­gen in Anspruch neh­men konn­ten, sogar mit einer Nach­zah­lung rech­nen, da die Steu­er­be­schei­de inso­weit nur vor­läu­fig sei­en. Pas­sau hofft des­halb, dass sich ein gro­ßer Teil der Pend­ler ange­sichts noch nicht bekann­ten Neu­re­ge­lung nicht zu früh freue.

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Jörg Pas­sau
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