(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass ein Wind­park aus meh­re­ren selb­stän­di­gen Wirt­schaft­gü­tern besteht, die aber ein­heit­lich abzu­schrei­ben sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 01. Juni 2011 zum Urteil vom 14. April 2011 — IV R 4609.

Wur­den in den Anfän­gen der Strom­erzeu­gung mit­tels Wind­ener­gie ledig­lich ein­zel­ne Wind­kraft­an­la­gen errich­tet, ent­stan­den nicht zuletzt durch die erheb­li­che staat­li­che För­de­rung durch das Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz in den letz­ten Jah­ren gro­ße Wind­parks, in denen meh­re­re Wind­kraft­an­la­gen in einem tech­ni­schen Ver­bund betrie­ben wer­den. Unge­klärt war bis­her, wie die Abschrei­bun­gen auf Wind­parks vor­zu­neh­men sind. Der BFH hat­te jetzt erst­mals dar­über zu ent­schei­den, ob sich ein Wind­park aus meh­re­ren Wirt­schafts­gü­tern zusam­men­setzt und von wel­cher Nut­zungs­dau­er dabei aus­zu­ge­hen ist.

Der BFH hat ent­schie­den, dass zwar einer­seits nicht nur von einem ein­zi­gen Wirt­schafts­gut aus­zu­ge­hen ist. Ande­rer­seits hat er aber eine weit­ge­hen­de Ato­mi­sie­rung eines Wind­parks in eine Viel­zahl von Wirt­schafts­gü­tern abge­lehnt. Als jeweils selb­stän­di­ge Wirt­schafts­gü­ter wer­den danach fol­gen­de Gegen­stän­de beur­teilt:

- jede ein­zel­ne Wind­kraft­an­la­ge bestehend aus Turm, Rotor und Gene­ra­tor­gon­del ein­schließ­lich aller mecha­ni­schen und elek­tri­schen Bau­tei­le mit dem dazu gehö­ren­den Trans­for­ma­tor und der bei­de ver­bin­den­den Nie­der­span­nungs­ver­ka­be­lung,

- die meh­re­re Wind­kraft­an­la­gen ver­bin­den­de Mit­tel­span­nungs­ver­ka­be­lung ein­schließ­lich der Über­ga­be­sta­ti­on zum Hoch­span­nungs­netz,

- die Zuwe­gung.

Nach den von der Finanz­ver­wal­tung auf­ge­stell­ten Tabel­len (sog. AfA-Tabel­len) haben die genann­ten Wirt­schafts­gü­ter unter­schied­li­che Nut­zungs­dau­ern. Wegen ihrer tech­ni­schen Abstim­mung auf­ein­an­der und wegen der ein­heit­li­chen Bau- bzw. Betriebs­ge­neh­mi­gung ist die Nut­zungs­dau­er aller Wirt­schafts­gü­ter des Wind­parks nach Auf­fas­sung des BFH ein­heit­lich zu bestim­men. Sie rich­tet sich nach der Nut­zungs­dau­er der den Wind­park prä­gen­den Wind­kraft­an­la­gen. Die­se betrug in den ent­schie­de­nen Fäl­len abhän­gig vom Jahr der Errich­tung 12 bzw. 16 Jah­re, so Pas­sau.

In der Ent­schei­dung vom 14. April 2011 IV R 1509 hat der BFH zudem sei­ne restrik­ti­ve, zu Immo­bi­li­en­fonds ent­wi­ckel­te Recht­spre­chung (zuletzt mit Urtei­len vom 8. Mai 2001 IX R 1096 und 28. Juni 2001 IV R 4097) auch auf Wind­kraft­fonds erstreckt. Danach stel­len sämt­li­che Auf­wen­dun­gen im Zusam­men­hang mit der Errich­tung des Wind­kraft­fonds Anschaf­fungs­kos­ten der ein­zel­nen Wirt­schafts­gü­ter dar.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen und/oder steu­er­straf­recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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