(Kiel) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben ent­schie­den, dass ein Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­an­spruch des Finanz­amts nach § 15a des Umsatz­steu­er­ge­set­zes (UStG), der dadurch ent­steht, dass der Insol­venz­ver­wal­ter ein Wirt­schafts­gut abwei­chend von den für den ursprüng­li­chen Vor­steu­er­ab­zug maß­ge­ben­den Ver­hält­nis­sen ver­wen­det, zu den Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten gehört und durch Steu­er­be­scheid gegen­über dem Insol­venz­ver­wal­ter gel­tend gemacht wer­den kann.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied des DUV Deut­scher Unter­neh­mens­steu­er Ver­band e. V. mit Sitz in Kiel,  unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 15. Juni 2011 zum Urteil vom 9. Febru­ar 2011 — XI R 3509.

Im Fal­le einer Insol­venz kön­nen die Insol­venz­gläu­bi­ger ihre For­de­run­gen (Insol­venz­for­de­run­gen) nur nach den Vor­schrif­ten über das Insol­venz­ver­fah­ren ver­fol­gen und erhal­ten ggf. nur einen Anteil der For­de­rung (Insol­venz­quo­te). Ande­res gilt für For­de­run­gen, die als Mas­se­ver­bind­lich­kei­ten vom Insol­venz­ver­wal­ter aus der Insol­venz­mas­se in vol­ler Höhe vor­weg zu befrie­di­gen sind.

Geht es um eine Steu­er­for­de­rung des Fis­kus, kommt es für die Abgren­zung dar­auf an, ob der Tat­be­stand, der die Steu­er­for­de­rung aus­löst, bereits vor Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens ver­wirk­licht wur­de (dann Insol­venz­for­de­rung) oder erst nach Ver­fah­rens­er­öff­nung (dann Mas­se­ver­bind­lich­keit). Letz­te­res hat der BFH für den Fall einer Steu­er­for­de­rung des Fis­kus auf­grund einer Vor­steu­er­be­rich­ti­gung nach § 15a UStG bejaht.

Im Streit­fall. so Pas­sau, hat­te eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) eine Ein­kaufs­pas­sa­ge errich­tet und die ein­zel­nen Laden­lo­ka­le an ver­schie­de­ne Mie­ter ver­mie­tet. Aus den Her­stel­lungs­kos­ten hat­te sie die ihr in Rech­nung gestell­te Umsatz­steu­er in Höhe der Quo­te der im Erst­jahr erfolg­ten steu­er­pflich­ti­gen Ver­mie­tung von 79 % als Vor­steu­er abge­zo­gen. Nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens über das Ver­mö­gen der GbR ver­mie­te­te der Insol­venz­ver­wal­ter die Laden­lo­ka­le wei­ter. Aller­dings ver­min­der­te sich die Quo­te der steu­er­pflich­ti­gen Ver­mie­tungs­um­sät­ze. Dies hat­te zur Fol­ge, dass für den Fis­kus Vor­steu­er­be­rich­ti­gungs­be­trä­ge nach § 15a UStG ent­stan­den.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen und/oder steu­er­straf­recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf den DUV Deut­schen Unter­neh­mens­steu­er Ver­band — www.duv-verband.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
Steu­er­be­ra­ter
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